Ein Beitrag aus der Aneignungsreihe.

Wat? Freiheit beim Zug fahrn mit Freiheitsentzug zahln? Ich bewahr mir den Mut, benutz Bus, S- und U-Bahn. Wir fordern die freie Mobilität für alle! Und entschärfen bis dahin jede Schwarzfahrfalle.
Tapete „Schwarzfahrt“

„Schwarzfahren“ ist die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel wie Bus und Bahn, ohne dafür ein Ticket zu lösen und es zu bezahlen. Aus verschiedenen Gründen fahren Menschen ohne Ticket: Die einen können es sich nicht leisten, jeden Tag ein neues Ticket zu ziehen; andere sehen es als unnötig an, für ein öffentliches Gut wie Transport zahlen zu müssen. „Schwarzfahren“ ist in Beamt_innensprech eine Leistungserschleichung und so ein Straftatbestand. Dies kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe belegt werden. Damit es bei euch erst gar nicht dazu kommt, haben wir hier ein paar Tipps, die das Fahren ohne Ticket erleichtern:

  • Achtet auf eure Umgebung! Kontrolleur_ innen sind häufig zu zweit oder zu dritt und in Zivil unterwegs, aber erkennbar an Gürteltaschen oder daran, dass sie, obwohl Sitzplätze frei sind, in der Nähe der Türen stehenbleiben. Bei der BVG (also in der U-Bahn, Bus oder Tram) wird neuerdings meist in Uniform kontrolliert.
  • Steigt in der Mitte des Zuges ein, da Kontrolleur_innen häufig am Anfang oder Ende des Zuges kontrollieren.
  • Plant ein bisschen mehr Zeit ein, um euren Zielort zu erreichen, da ihr, wenn euch etwas verdächtig vorkommt, einfach aussteigen und auf den nächsten Zug warten solltet.
  • In Regionalzügen oder ICEs kann man häufig einfach die Zeit, die die Schaffner_innen unterwegs sind, im Bordbistro verbringen, auf der Toilette oder damit, den Platz zu wechseln in Richtung eines Bereichs, wo schon kontrolliert worden ist.
  • Bei Bussen muss am Anfang das Ticket vorgezeigt werden, um mitzufahren. Meistens schauen die Busfahrer_innen nicht so genau hin und es reicht, wenn ihr ein altes Ticket vorzeigt oder eines, welches noch nicht gestempelt wurde.
  • Aber Vorsicht! Zum Teil werden auch ganz Bahnsteige kontrolliert, dann habt ihr keine Chance, wegzukommen. Und bei der Deutschen Bahn (und so auch in der S-Bahn in Berlin) kann es auch schon beim ersten Mal Fahren ohne Ticket zu einer Strafanzeige kommen.

Wenn es euch zu riskant ist, kein gültiges Ticket mitzuhaben, funktioniert immer noch der Trick, seine Freund_innen um Rat zu fragen: Wenn ihr Schüler_innen-Tickets kauft, dann ist es besser, die Nummer auf eurer Schüler_innenkarte einfach nicht einzutragen. Wenn du und deine Freund_innen das alle machen, ist so immer ein Ticket da, dass die von euch haben können, die ohne erwischt werden. Denn ihr könnt dann angeben, dass ihr euer Ticket vergessen habt. Dann kostet euch das nur sieben Euro. Vielleicht könnt ihr euch ja auch monatlich mit dem Ticketkauf abwechseln oder habt andere gute Ideen, das Bezahlen des Tickets zu umgehen. Solltet ihr allerdings mehr als zwei Mal beim „Vergessen“ erwischt worden sein, dann liegt es im Ermessenspielraum der BVG oder der Deutschen Bahn, ob sie euch das noch glauben. Also dann lieber erstmal ruhig machen.

Aber auch, wenn ihr ein gültiges Ticket habt, könnt ihr es euren ticketlosen Mitfahrer_innen leichter machen:

  • Kramt ewig lange in euren Taschen auf der Suche nach dem Ticket, das bindet die Kontrolleur_innen an euch und gibt je mand anderes Zeit, noch wegzukommen.
  • Wenn ihr seht, das Kontrolleur_innen in den Zug einsteigen, sagt laut an, dass es zu Kontrollen kommt, dann haben Menschen ohne Ticket noch die Möglichkeit,auszusteigen.
  • Empört euch! Über Kontrollen, darüber, dass Leute Geld damit machen, dass andere Menschen keines haben, und überhaupt über die S-Bahn und Bahn. Sympathisiert mit denen, die Dienstleistungen wie Bahnfahren nicht zahlen und unterstützt sie.

Mehr Infos findet ihr unter schwarzfahren.blogspot.com sowie unter: facebook.com/berlin.schwarzfahren.

Als erstes in der Rosen auf den Weg gestreut Nr. 18 (Dezember 2011) veröffentlicht.