Ein Beitrag aus der Aneignungsreihe.

Jeder Mensch braucht Essen, Kleidung und einige andere Alltagsgegenstände. Sollte euch das Geld hierfür fehlen oder wollt ihr nicht einsehen, warum manche Sachen so viel kosten, ist der Kaufhausklau eine mögliche Alternative. Wenn bei größeren Ladenketten etwas wegkommt, wird das regelmäßig als Schwund verbucht und ist kein bedeutender wirtschaftlicher Verlust. Die Läden gleichen den Verlust natürlich wieder aus. Jedoch müssen Menschen die „ganz normal“ einkaufen gehen, wegen Ladendieb_innen nicht mehr Geld bezahlen. Eine Ausnahme war eine über mehrere Jahre bei Schlecker bestehende arbeitnehmer_innenfeindliche Praxis, ihnen bei Schwund das Gehalt zu kürzen, was aber mittlerweile abgeschafft wurde. Nur in sehr kleinen Tante-Emma-Läden schadet es Einzelpersonen. Ansonsten müsst ihr keine Angst haben, damit Menschen direkt zu treffen.

Das Grundprinzip des Ladendiebstahls ist denkbar einfach: Ihr wollt etwas haben, dass es in einem Laden gibt und nehmt es ohne Bezahlung mit. Unterscheiden lässt sich am ehesten zwischenKleidungsgeschäften und Supermärkten. In Ersteren gibt es Umzugskabinen, wo es sich eigentlich immer lohnt, die Sachen in der Kabine einzustecken oder anzuziehen. In Letzterem muss man die Sachen in den Gängen irgendwie an sich bringen. Zusätzlich haben Läden weitere Sicherungsmechanismen. Diese sollen hier kurz erklärt werden und können meistens umgangen werden.

Worauf achten?

Viele Läden sind videoüberwacht, dies muss aber immer gekennzeichnet sein. Weil Videoüberwachung abschreckend wirken soll, sind Kameras regelmäßig gut sichtbar angebracht, was für euch ein Vorteil sein kann. Bei Supermärkten sind sie oft auf die einzelnen Gänge ausgerichtet, aber nicht immer. Gerade bei größeren Supermärkten (z.B. Kaufland, Real) fehlen sie an manchen Stellen oder sind unregelmäßig verteilt. So gibt es oft Kameras beim Hartalkohol, beim Make-up oder in der Elektronikabteilung, dagegen aber keine bei den Putzmitteln, Nudeln oder dem Katzenfutter.

Sicherheitsetiketts sind bei manchen Produkten angebracht. Wenn sie nicht entfernt werden, lösen sie einen meist piepsenden Alarmton beim Verlassen des Geschäfts aus. Deswegen ist es wichtig, alles vorsichtig nach den Etiketten abzusuchen, in seltenen Fällen ist auch mehr als Eines an einem Produkt. Bei Kleidungsstücken lassen sie sich meistens in der Kabine herausreißen. Rausschneiden geht auch, aber solltet ihr mal erwischt werden, kann euch unterstellt werden, dass ihr den Diebstahl im Voraus geplant habt.

Bei anderen Produkten (Alkohol, Kosmetik, Tuben) können Klebeetiketts dran sein, die außen mit einem Barcode versehen und ein wenig dicker sind als gewöhnliche Aufkleber (eben so, dass in den Aufkleber eine Metallschicht reinpasst). Der muss ebenfalls ab, kann aber praktisch überall hingeklebt werden.

In der Umkleidekabine

In der Umkleidekabine muss das Sicherheitsetikett gut weggepackt werden, da oft Sicherheitspersonal die Kabinen und die dort noch hängenden Klamotten nach hinterlassenen Etiketten untersucht.

Überhaupt gilt für den Klamottenklau folgendes: Mehrere Sachen mit in die Kabine nehmen, immer so, dass nicht klar ist, wie viel ihr mit rein nehmt. Kabinen in denen schon Zeug hängt, sind meistens vorteilhaft. Nie mit leeren Bügeln die Kabine verlassen, oder Bügel hängen lassen. Nehmt dann lieber Sachen ohne Bügel mit hinein und hängt diese darauf. Sicherheitsetiketts am besten in Taschen von anderen Sachen tun, oder irgendwo in der Kabine verstecken, dass sie nicht auffindbar sind. Die Klamotten, in die ihr die Etiketten getan habt, solltet ihr so zurückhängen, dass die Securities sie erst lange, nachdem ihr weg seid, finden.

Zieht die Sachen, die ihr mitnehmen wollt, so an, dass es nicht auffällt. Praktisch ist es, vorher eher wenig und eine größere Jacke anzuhaben, um danach mehr Klamotten zu tragen. Öffnet eure Taschen möglichst lautlos und achtet darauf, dass sie vorher nicht völlig eingefallen und leer aussehen und danach vollgestopft wirken.

... und im Supermarkt

Bei Supermärkten empfehlen sich Umhängetaschen, in die ihr die Sachen leicht hineintun könnt, also die Öffnung etwa auf Handhöhe ist. Wird Essen in größeren Mengen benötigt, geht in einen Laden ohne Kameras (z.B. Penny), nehmt euch einen Einkaufswagen, tut eure (großen) Taschen hinein und versteckt sie, indem ihr ebenfalls große, günstige Sachen wie Klopapier, Chips und Milch kauft. Eure Taschen könnt ihr mit kleinen Sachen füllen, die müssen dann vor der Kasse herausgenommen werden und Toilettenpapier braucht eh jeder.

Von den typischen und meistens eher ungefährlichen Securities zu unterscheiden sind Ladendetektive, die es aber nur in großen Läden (Karstadt, Kaufland) überhaupt lohnt einzustellen. Sie lassen sich nur schwer erkennen. Wenn ihr aber nicht von einer Videokamera beobachtet werdet, könnt ihr zusätzlich nochmal schauen, ob in eurer Nähe irgendjemand herumsteht.

Am besten ist es, wenn ihr den Laden schon kennt und wisst, wo es am sichersten ist. Da wo es keine Kameras gibt, wo das Sicherheitspersonal unaufmerksam ist und so weiter. Mit dem Vorteil, dass ihr euch nicht panisch umblicken braucht und das Ganze entspannt verlaufen dürfte.

Keine Sorge...

Außerdem wird ein Diebstahl, wenn ihr beim ersten Mal erwischt werden solltet, in Berlin immer eingestellt. Solltet ihr nicht gerade mit einem Plasmafernseher unter dem Arm ertappt worden sein. Ansonsten erheben die meisten Läden eine Geldstrafe und erteilen ein Hausverbot. Vor Gericht kommt sowas eigentlich erst, wenn ihr eine handvoll Mal erwischt wurdet. Und selbst dann wird es erst gefährlich, wenn ihr im Zusammenhang mit anderen Delikten verurteilt werden solltet. Aber soweit wird es schon nicht kommen.

Zu erst veröffentlicht in Rosen auf den Weg gestreut Nr. 17 (August 2011).