Seit Monaten spitzt sich die Kredit- und Schuldenkrise weltweit zu. Auf immer neuen Regierungskonferenzen werden Notprogramme beschlossen, um den Kapitalismus zu sanieren. Geht es nach Politik und Medien, drohen sonst Zusammenbruch, Rezession und neue Armut. Mit diesem Drohszenario werden marktradikale Reformen und autoritäre Sparprogramme überall in Europa durchgesetzt. In der Praxis bedeutet dies jedoch die massenhafte Verarmung und Entrechtung von Millionen von Menschen.

Diese Ereignisse stellen jedoch bloß den Höhepunkt einer langfristigen Entwicklung dar. Im Zuge der zunehmenden Konkurrenz zwischen Unternehmen und Standorten wurden in allen Industriestaaten die Märkte umfassend dereguliert. Soziale Sicherheiten wurden gestrichen, öffentliche Güter privatisiert, die Rechte von Lohnabhängigen beschnitten und soziale Kontrollen verschärft. Dies äußerte sich in besonders drastischer Form in Deutschland, wo die mit dem Stichwort „Agenda 2010“ titulierten Arbeitsmarktreformen ihre Wirkung nicht verfehlt haben. Des Weiteren sinken in der Bundesrepublik, im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern, seit den 80er Jahren die Reallöhne, obwohl die Produktivität ständig steigt. So kann der "Exportweltmeister" in der Krise seine Vormachtstellung innerhalb Europas ausbauen, während den vorher niederkonkurrierten Ländern, die vermeintlich "über ihre Verhältnisse gelebt" haben, das deutsche "Erfolgsmodell" aufgezwungen wird.

Ob in Griechenland, Portugal oder Chile, es regt sich weltweit Widerstand gegen diesen kapitalistischen Irrsinn. Auch in Deutschland kam es in der letzten Zeit zu vielfältigen Aktionen gegen Kapitalismus und Krise. So gab es mit dem M31 und den Blockupy-Aktionen gleich zwei größere Mobilisierungen unter Beteiligung von mehreren tausend Menschen in Frankfurt am Main. Auch in Berlin gingen anläßlich der revolutionären 1. Mai Demonstration mehr als 25.000 Menschen auf die Straße, um ihren Unmut über Kapitalismus und Krise auszudrücken. In allen drei Fällen versuchte die Polizei mit starker Repression den Widerstand einzuschüchtern. Doch dies waren bestimmt nicht die letzten Aktionen dieser Art, da es Zeit wird sich gegen die Angriffe auf unsere Leben und unsere Zukunft zu wehren. Für uns steht fest: Die Krise heißt Kapitalismus und der einzige Ausweg ist die soziale Revolution!