CSD-Demos (Pride Parades) sind als wichtiger öffentlicher Teil von LSBT*IQ-Aktivismus (Lesbisch-Schwul-Bi-Trans*Inter*Queer) im ehemaligen Jugoslawien höchst umstritten. Nach der  gewalttätigen Verhinderung 2001, dauerte es fast ein Jahrzehnt, bis  endlich 2010 eine Pride auf den Straßen Belgrads - begleitet von  massiven, gewaltsamen Proteste und großräumig abgeschirmt von der  Polizei - stattfinden konnte. Auch wenn in Ljubljana und Zagreb seit  2001 bzw. 2002 jährlich ein CSD durchgeführt wird, sind diese noch immer  mit Gegendemonstrationen und offener Homophobie konfrontiert.

Neben CSDs sind auch jede andere Art von öffentlicher  LSBT*IQ-Veranstaltung und Öffentlichkeit allzuoft homophoben und/oder  faschistischen Reaktionen von organisierten Faschisten, Hooligans,  Kriegsveteranen, den Kirchen und Politiker_innen ausgesetzt. Alle die sich öffentlich gegen LSBT*I*Qs äussern, können sich der Unterstützung  breiter Teile einer Bevölkerung sicher sein, die mehrheitlich  Homosexualität für eine Krankheit hält.

In diesem Kontext sind  in den vergangenen Jahren Gruppen entstanden die Queer als einen  ineinander verbundenen, gemeinsamen Kampf gegen jedwede Form von  Normierung, Ausgrenzung und Unterdrückung verstehen und weder ausschließlich auf Identitätspolitik, Antifaschismus oder Feminismus  reduziert werden können.

Aus diesem Grund hat das Solidaritätsnetzwerk SolidarnOST queere antifaschistische Aktivist_innen der Belgrader und Zagreber Pride eingeladen, um mehr über ihre aktuelle Situation und  politische Arbeit in der Region zu erfahren und wie sie die  verschiedenen Themen in ihrer Praxis miteinander verbinden.

Infos und Filmvorführung: Sonntag / 3. Februar / 16 Uhr / SchwuZ / Mehringdamm 61 / Berlin-Kreuzberg

Diskussion mit Aktivist*innen: Montag / 11. Februar / 20 Uhr / Schwuz / Mehringdamm 61 / Berlin-Kreuzberg

Die Diskussionsveranstaltung wird auf Englisch sein, falls notwendig, wird es eine Flüsterübersetzung ins Deutsche geben.