Ein Beitrag aus der Aneignungsreihe.

Im Internet findet sich heutzutage so ziemlich jeder Song und Film, der das Herz begehrt. Dank schneller Internet-Verbindungen und Flatrates sind diese nur noch einen Maus-Klick entfernt. Raubkopien gehören daher zum Alltag fast aller. Das leere Portemonnaie hält nur noch die wenigsten von ihrer Lieblingsmusik oder dem begehrten Film ab. Leider flattern dabei viel zu oft Abmahnungen ins Haus oder die Bullen schauen gar vorbei und nehmen nicht nur die mühsam aufgebaute Musiksammlung, sondern auch gleich noch den PC mit. Zwar droht dann – anders als von der „Content-Mafia“ propagiert – im Normalfall kein Knast, teuer kann es aber schon werden. Ein paar Vorsichtsmaßnahmen können das jedoch fast immer verhindern.

Der Reichtum unserer Gesellschaft ist schier unermesslich. Laut Volkswirt_innen werden in Deutschland Waren im Wert von 2.500 Milliarden Euro jährlich produziert – eine Zahl mit dreizehn Stellen. Einen besseren Eindruck kann ein Bummel durch die Shopping-Center dieser Stadt vermitteln. Von der Trekking-Jacke, über das iPhone bis zum künstlichen Hüftgelenk gibt es (fast) alle Dinge, um unsere materiellen Bedürfnisse zu befriedigen. Doch leider steht zwischen uns und der bunten Warenwelt hinter der Schaufensterscheibe eine große Barriere: das Geld. Der karge Lohn und die spärlichen Almosen des Staates reichen in der Regel gerade für das Nötigste. An die schicke Konsole, den trendy Windbreaker oder auch nur das Bio-Essen vom Öko-Laden um die Ecke ist meist nicht zu denken.

Am 6. Dezmber 2008 wurde in Griechenland der 15 jährige Alexandros Grigoropoulos von griechischen Bullen erschossen. Im Stadtteil Athens Earchia war Alexandros auf dem Rückweg von einer Feier durch einen gezielten Schuß eines Bullen getroffen worden und dieser verletzung erlegen. In den darauffolgenden Tagen kam es zu schweren Ausschreitungen in zahlreichen griechischen Städten.

Außerdem fanden international zahlreiche Soli-Demonstrationen und militanten Aktionen statt. Die Wut über die Ermordung Alexandros weitete sich in den darauffolgenden Monaten immer weiter aus und immer wieder kam es zu Aktionen und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Zahlreiche Fahrzeuge gingen in Flammen auf, Banken und Geschäfte wurde beschädigt.

Später gingen die Soliaktionen in Gedenken an Alexandros in landesweite Aktionen gegen Staat und Kapital über. Die Proteste halten bis heute an.

Kein vergeben, kein vergessen!

Überblicksartikel über die Aktionen nach dem 6.12.2008 auf Indymedia