Die Veranstaltung gibt ein Überblick über die etwa 34 Jahre deutsche Kolonialgeschichte. Auch wenn im europäischen Vergleich eine eher kurze Phase, trotzdem prägend – sowohl für die Menschen und Gebiete, die kolonisiert wurden, als auch für die Menschen und die Gesellschaft, die kolonisierte. Wie kam es dazu, dass das Deutsche Reich Kolonialmacht wurde? Welche Regionen waren betroffen? Welche Veränderungen brachte die rassistische Fremdherrschaft für die kolonisierten Menschen mit sich? Und welche Rolle spielten dabei eigentlich die weißen deutschen Frauen? Diesen Fragen wollen wir nachgehen, ebenso wie auf verschiedene Formen antikolonialen Widerstands, insbesondere auf den Krieg der Herero und Name im damaligen Deutsch-Südwestafrika und den Maji-Maji-Krieg in Deutsch-Ostafrika. Der Blick wird aber auch auf das Deutsche Reich gerichtet, auf kolonialgeprägte Vorgänge, vor allem die Rolle von Rassimus als legitimierende Ideologie des Kolonialismus und auf die Rolle der Wissenschaft. Der deutsche Kolonialismus ist zwar Vergangenheit, aber Auswirkungen und Spuren dieser Zeit sind noch bis heute zu erkennen. Wir fokussieren uns auf die Spuren, die diese Zeit in Deutschland hinterlassen hat. Sowohl materiell, wie etwa in den Museen in Berlin, sowie ideel, wie etwa die Kontinuitäten weitverbreiteter rassiststischer Einstellungen und stereotyper Vorstellungen, auch in den Köpfen weißer Linker.

Infoveranstaltung: 1. März 2014 / 19 Uhr / Schreina 47 / U-Bhf Samariterstr.

Die Tagung 'History is unwritten' widmet sich den Möglichkeiten und Fallstricken eines Bezugs auf die Vergangenheit, der sich auch einer besseren Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse in der Gegenwart verpflichtet sieht.

Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit birgt ein emanzipatorisches Potenzial, denn sie kann Gesellschaft als einen von politischen Subjekten gestalteten Prozess begreifbar machen – und damit auf die Veränderbarkeit der Verhältnisse im Hier und Jetzt verweisen. Gesellschaftliche Machtverhältnisse erscheinen so nicht mehr als unveränderliche Gegebenheiten, sondern als Prozesse, die von Menschen gestaltet und somit auch verändert werden können. Der Blick zurück eröffnet also nicht zuletzt die Möglichkeit, „die Welt im Licht ihrer nicht verwirklichten Möglichkeiten“ (Herbert Marcuse) zu betrachten.

In diesem Sinne soll die Tagung die Frage aufwerfen, was der global wirkmächtigen Erzählung über den Sieg und die Alternativlosigkeit des kapitalistischen Gesellschaftsmodells entgegengestellt werden kann. Durch das Verschwinden des realsozialistischen Lagers und die relative Schwäche der europäischen sozialen Bewegungen und Gewerkschaften scheint auch die Artikulation einer „großen“ (Gegen-)Erzählung, etwa die der sozialistischen ArbeiterInnenbewegung, in den letzten zwei Jahrzehnten ihr Ende gefunden zu haben. Vor diesem Hintergrund soll diskutiert werden, welche historischen Bezüge bei gegenwärtigen sozialen Kämpfen eine Rolle spielen und inwieweit durch diese neue gegenhegemoniale Erzählungen entworfen werden. Es stellt sich in diesem Sinne die Frage nach einer gemeinsamen Klammer, die die sehr heterogenen sozialen Bewegungen der Gegenwart einen könnte. Welche Rolle kommt der Geschichte in Bezug auf gegenwärtige Kämpfe um die Zukunft zu? Wie viel linke Identität darf und sollte über historische Bezüge hergestellt werden?

In der Zeitschrift analyse & Kritik wurde im Vorfeld der Konferenz bereits eine Debatte über den (Un-)Sinn linker Geschichtspolitik geführt. Das Tagungsprogramm mit den verschiedenen Workshops findet ihr hier.

Schon seit einigen Monaten spitzt sich die Lage in Hamburg immer weiter zu. Neben der Intensivierung von rassistischen Polizeikontrollen in der Hamburger Innenstadt steht das Kulturprojekt Rote Flora unter massiven Druck. Seit nun 24 Jahren ist das Projekt Rote Flora ein wichtiger Akteur in der Stadt. Regelmäßig finden dort Polit- und Kulturveranstaltungen statt. Dabei hat sich die Flora immer wieder gegen die Kommerzialisierung des Kiezes eingesetzt und bietet immer wieder Raum für unkommerzielle Projekte. Orte wie die Flora sind ein wichtiger Bestandteil und Entfaltungsraum für autonome und linksradikale Projekte. Ein Angriff auf diese Freiräume ist somit auch immer ein Angriff auf die Möglichkeiten revolutionärer Politik - ein Angriff gegen uns. Im Dezember ist in Hamburg daher eine große Demonstration geplant.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht auch der geplante Abriss der ESSO-Häuser auf der Reeperbahn. Diese sollen teuren Eigentumswohnungen und Geschäften weichen und so die Gentrifizierung weiter vorantreiben. Die Demonstration am 21. Dezember knüpft auch an die Kämpfe der mehr als 300 Lampedusa-Flüchtlinge in Hamburg an. Diese kämpfen seit Monate für die Abschaffung rassistischer Gesetze und Ausgrenzung und für Bleiberecht. Die Bedeutung der einzelnen Konflikte ist dabei weit größer als ihr jeweiliger lokaler Austragungsort. Mit einer internationalen Demonstration am 21. Dezember sollen diese zusammengeführt und zugespitzt werden.

Solidarität mit der Flora! Solidarität mit den kämpfenden Refugees!

Mehr Infos unter florableibt.blogsport.de und antifasupport.blogsport.eu

In den frühen Morgenstunden des 3. Oktober versuchten mehrere Hundert Flüchtlinge das Mittelmeer zu überqueren. Vor der italienischen Küste geriet das Schiff in Seenot und kenterte, wobei fast 300 Flüchtlinge qualvoll vor der Küste Lampedusas ertranken. Weder Fischer noch Küstenwache kamen den Flüchtlingen rechtzeitig zur Hilfe. Einige Fischer erheben schwere Vorwürfe gegen die Rettungskräfte, weil diese viel zu spät eingetroffen seien.  Aber auch die örtlichen Fischer haben nicht rechtzeitig Hilfe geleistet. Es existieren aber auch Gesetzte in Italien, die eine solche Hilfeleistung durch Privatpersonen unter Strafe stellt. Derart menschenverachtende Zustände sind bereits in der rassistischen Logik der EU-Flüchtlingspolitik angelegt.

Auf der Flucht vor Krieg und Armut wagen immer mehr Menschen die lebensgefährliche Reise nach Europa. Viele vertrauen sich dabei skrupellosen Schlepperbanden an, die die Flucht oft unter unzumutbaren Bedingungen organisieren. Dies ist die Folge der strikten Abschottung der EU-Außengrenzen unter Führung der europäischen Grenzschutzagentur Frontex, welche den Tod von Flüchtlingen billigend in Kauf nimmt. Dieser unmenschlichen Abschottungspolitik, der Ausbeutung in den Ländern des Trikonts und den rassistischen Zuständen in den westlichen Staaten gilt unser Widerstand! Die aktuellen Ereignisse machen uns wütend und sollten Anlass zum Handeln sein - Fight Fortress Europe!

Gedenkdemo: Donnerstag / 10. Oktober 2013 / 17.00 Uhr / Vertretung der Europäischen Kommission am Pariser Platz

Für den 21. September 2013, den Tag vor der Bundestagswahl, mobilisiert der Bundesverband Lebensrecht (BVL) wieder zu einem „Marsch für das Leben“ in Berlin. Damit will er für ein generelles Verbot von Abtreibungen demonstrieren und etikettiert dies als „Lebensschutz“. Die Gruppen und Organisationen, die sich an diesem „Marsch“ beteiligen, betrachten jeden Schwangerschaftsabbruch als „vorgeburtliche Kindstötung“, die verboten und bestraft gehöre. Sie sprechen damit allen Menschen, die schwanger werden können, das Recht ab, über ihr Leben und ihren Körper selbst zu bestimmen.

Wie in den vergangenen Jahren wollen wir sie nicht ungestört demonstrieren lassen! Ein Bündnis mobilisiert deshalb zu lauten und kreativen Gegenaktionen! Im Vorfeld finden außerdem auch wieder diverse inhaltliche Veranstaltungen statt.

Gegenaktionen: Samstag / 21. September 2013 / ab 13 Uhr / Vor dem Bundeskanzler*innenamt

 

Die Geburtstunde der deutschen Sozialdemokratie jährt sich in diesem Jahr zum 150 Mal. Gegründet in einer Leipziger Kneipe, entwickelte sich die SPD von einer Splitterpartei zur regierungsfähigen Volkspartei. Sie war immer die Stimme der arbeitenden deutschen Bevölkerung. 150 Jahre SPD, das sind 150 Jahre ungebrochene Erfolgsgeschichte – Von der Kneipe ins Parlament, aus dem Untergrund in die Ministerien! Es war ein langer Weg vom Sozialismus zur Sozialen Marktwirtschaft neoliberaler Prägung, doch er wurde erfolgreich gemeistert.

Mit der Niederschlagung der Novemberrevolution 1918 wurde frühzeitig bewiesen, dass die SPD für eine Law-and-Order-Politik ohne Kompromisse steht. Doch auch gegen Bedrohungen von außen weiß die SPD Abhilfe. Sei es das Engagement für den Ersten Weltkrieg oder die humanitären Einsätze im Kosovo und Afghanistan - deutsche Interessen werden auch am Hindukusch verteidigt. Und damit es sich Hungerleidende und Kriegssimulanten aus aller Welt nicht hier in der sozialen Hängematte bequem machen, wurde 1993 mit den Stimmen der SPD das Asylrecht nachhaltig geändert. Spätestens mit der Agenda 2010 und Hartz IV wurde ein deutliches Signal an das arbeitsferne Gesindel gesandt: Die deutschen Sozialsysteme sind kein Selbstbedienungsladen! Dank der SPD bekommt hier aber jeder einen Job, so lange er sich ordentlich rasiert und wäscht.

Lasst uns darum am 17. August für die deutsche Sozialdemokratie jubelnd durch die Stadt ziehen und anschließend im Herzen Berlins die beste Party des Jahres feiern.

Jubel-Demo: 17. August 2013 / 14.00 Uhr / Mauerpark / Mehr Infos: 150-jahre-spd.net

Danach: Offizielles SPD-Fest am Brandenburger Tor mit Angela Merkel, Joachim Gauck, Peer Steinbrück uvm. Mit Live-Musik von Sammy Deluxe, Die Prinzen und Nena.

Unter dem Motto "Freiheit statt Angst" ruft ein breites Bündnis für den 7. September 2013 zu einer Demonstration für Bürger*innenrechte, Datenschutz und ein freies Internet auf. Gerade die jüngsten Ereignisse machen ein deutliches Zeichen gegen Überwachung und die zunehmende Einschränkung von Grundrechten notwendig. Zu nennen sind dabei die Enthüllungen über die umfassende Ausspähung des Internets durch die westlichen Geheimdienste, die gerade verabschiedete Bestandsdatenauskunft, sowie das harte Vorgehen gegen Whistleblower wie Bradley Manning und Edward Snowden. Aber auch auf der Straße trifft uns zunehmende Kriminalisierung und repressives Vorgehen, wie die Geschehnisse bei den Blockupy-Aktionstagen zeigen. Die Lehre daraus kann nur sein, dass verfassungsmäßig garantierte Freiheits- und Bürger*innenrechte für die Herrschenden nicht bindend sind und immer wieder neu verteidigt werden müssen. Lasst uns deshalb für eine freie Gesellschaft auf die Straße gehen.

Demonstration: Samstag / 7. September 2013 / 13.00 Uhr / Potsdamer Platz

Mehr als drei Jahre nach Beginn der Krise sind die verheerenden Folgen durch die Massenarmut in Südeuropa mehr als offensichtlich. Aber auch hierzulande geht die kapitalistische Krise mit Verschuldung, Verdrängung und Armutslöhnen, von denen kaum jemand existieren kann, einher. Dies ist die Folge einer neoliberalen Politik, die auf Grund zunehmender Konkurrenz zwischen Unternehmen und Standorten in allen Industriestaaten die Märkte umfassend dereguliert hat. Soziale Sicherheiten wurden gestrichen, öffentliche Güter privatisiert, die Rechte von Lohnabhängigen beschnitten und soziale Kontrollen verschärft.

Diesem zur Normalität gewordenen Wahnsinn muss eine Absage erteilt und Widerstand geleistet werden. Deshalb rufen wir zur Beteiligung an den Blockupy-Aktionstagen vom 30. Mai bis zum 1. Juni in Frankfurt am Main auf. Mit einer Blockade vor der EZB am 31. Mai soll zumindest für einen Tag deren reibungsloser Ablauf gestört werden. Im Anschluss ist eine antirassistische Aktion am Frankfurter Flughafen geplant, von dem aus die meisten "Abschiebungen" in Deutschland erfolgen. Für den 1. Juni ist dann eine Großdemonstration gegen das Krisenregime geplant. Die Interventionistische Linke und das Bündnis "ums Ganze!" organisieren dort gemeinsam einen antikapitalistischen Block.

Von Berlin werden Busse nach Frankfurt fahren. Karten bekommt ihr im "Red Stuff" (Waldemarstr. 110) und in der "
Schwarzen Risse" (Gneisenaustr. 2a). Vor Ort wird ein Camp als Schlafmöglichkeit organisiert.

Auch in diesem Jahr findet in Berlin wieder eine revolutionäre Demonstration am 1. Mai statt. Zentrale Themen sind die Krise und der Imperialismus des deutschen Kapitals. Dieser todbringende Kapitalismus lässt sich mehr als 3 Jahre nach Beginn der Krise vor allem in den Ländern Südeuropas am deutlichsten erkennen. Hunger und Elend sind keine Seltenheit mehr, Menschen sterben auf Grund mangelnder Gesundheitsfürsorge und verlieren ihre Unterkunft in Folge von Zwangsräumungen. Lasst uns am 1. Mai gegen diese Zustände auf die Straße gehen. Die Demo beginnt um 18 Uhr am Kreuzberger Spreewaldplatz und soll anschließend nach Mitte ziehen.

Im vergangenen Jahr verhinderte die Polizei mittels eines martialischen Aufgebots, dass die Demonstration, an der sich über 25.000 Menschen beteiligten, in das Regierungsviertel ziehen konnte. Gezielte Übergriffe der Polizei sorgten dafür, dass die Demo nicht ins Zentrum der Stadt laufen konnte. Dennoch kam es am Rande der Demo immer wieder zu direkten Aktionen. Später wurde behauptet, dass am Rande der Demo eine Rohrbombe gefunden wurde. Diese gezielte Hetze entpuppte sich später als Medienente.

In diesem Jahr wird es auch einen autonomen Block und einen Blockupy-Block auf der Demo geben. Vormittags wird erneut zu einem klassenkämpferischen Block auf der traditionellen Gewerkschaftsdemonstration aufgerufen. In Kreuzberg ist außerdem wieder das Barrio Antifascista geplant.

Krise lösen heißt Kapitalismus überwinden – Für die klassenlose Gesellschaft – Für die soziale Revolution weltweit!

Demonstration: 1. Mai 2013 / 18 Uhr / Spreewaldplatz (U-Bhf. Görlitzer Bahnhof)

In der Walpurgisnacht finden erneut zahlreiche Aktionen statt. Neben einer Demonstration mit einem anschließenden Konzert in Berlin-Schöneweide um 17 Uhr ist auch in Berlin-Wedding eine Demonstration und ein Konzert geplant. Im vergangenen Jahr sperrten die Bullen aus Angst vor Riots den gesamten Bezirk ab. Der Bezirk Wedding erfreut sich bei jungen Leuten und Studierenden zunehmender Beliebtheit. Der Kampf um die Kommerzialisierung der Stadtteile im Bezirk hat somit längst begonnen. Die Demonstration wird von linken und antikapitalistischen Gruppen organisiert. Bis vor einigen Jahren konzentrierten sich die Aktionen zur Walpurgisnacht noch auf Friedrichshain oder Prenzlauer Berg. Im Vorfeld der diesjährigen antikapitalistischen Walpurgisnacht finden noch weitere Aktionen statt.

Die Demonstration in Schöneweide wird vom Bündnis „Gemeinsam gegen Nazis“ organisiert und zieht anschließend durch den Kiez rund um den S-Bahnhof Schöneweide. Diese Gegend beanspruchen einige organisiere Nazis für sich. Sie verfügen in der Region über zahlreiche Locations und Strukturen. Zahlreiche Übergriffe und Sachbeschädigungen ereigneten sich seitdem. Eine erfreuliche Nachricht konnte jedoch schon im Vorfeld der Demonstration vermeldet werden: Mittlerweile hat nämlich die F&M Mietgesellschaft dem Henker und den darüberliegenden Naziwohnungen fristlos gekündigt. Es wird allerdings mit einem langen Rechtsstreit gerechnet.