Im September 2011 wurden Sonja und Christian von Frankreich an die BRD ausgeliefert. Sie waren 1978 untergetaucht als sie im Zuge der "Terroristenjagd" des Deutschen Herbstes bemerkten, dass sie observiert werden und eine Verhaftung befürchteten. Bis zu ihrer Auslieferung lebten sie - die ersten 22 Jahre mit falscher Identität - im französischen Exil. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, Mitglieder der Revolutionären Zellen (RZ) gewesen zu sein und sich an mehreren Anschlägen beteiligt zu haben.

Christian wurde einige Wochen nach der Auslieferung aus der Untersuchungshaft entlassen. Sonja sitzt bis heute im Knast - mittlerweile seit über acht Monaten.

Konkret geht es um zwei Anschläge der RZ gegen deutsche Konzerne, die das Atomprogram des rassistischen Unterdrückungsstaates Südafrika unterstützen. Außerdem um einen Anschlag auf das Heidelberger Schloss, der sich gegen die Abrisspolitik der Stadt Heidelberg - heute würde mensch wohl von Gentrifizierung sprechen - richtete. Sonja soll darüber hinaus das Kommando unterstützt haben, das 1975 das OPEC Hauptquartier überfallen hat und die dort tagenden Erdölminister als Geiseln nahm.

Die Vorwürfe beruhen maßgeblich auf den Aussagen eines schwer verletzten mutmaßlichen RZ-Mitglieds, der nach einem Unfall beim Bau einer Bombe noch im Krankenhaus schwer verletzt von FreundInnen, Familie und AnwältInnen isoliert und über 4 1/2 Monate vernommen wird, und des Kronzeugens Tarek Mousli, der bereits in früheren Verfahren gegen mutmaßliche Mitglieder der RZ eine maßgebliche Rolle gespielt hat.

Auch mehr als 35 Jahre nach den Anschlägen, rund 20 Jahre nach der Auflösung der RZ und trotz der stark angeschlagenen Gesundheit von Christian lassen die deutschen Repressionsorgane von ihrem Verfolungs- und Rachewillen nicht ab.

Aktuelle Informationen gibt es beim Solibündnis.