Am 9. November 2013 jährt sich die Reichspogromnacht zum 75. Mal. Vom 7. bis zum 13. November 1938 wurden in Deutschland und Österreich allerorts Synagogen angezündet, jüdische Friedhöfe zerstört, jüdische Geschäfte und Wohnungen überfallen, demoliert und geplündert. Deutsche Antisemit*innen demütigten, schlugen, vergewaltigten und ermordeten Jüdinnen und Juden. Etwa 30.000 Männer wurden verhaftet und in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen verschleppt.

Die Pogrome stellten eine weitere, entscheidende Radikalisierung der antisemitischen Politik des NS-Regimes dar. Bis dahin hatten die Nazis jüdische Mitbürger*innen Schritt für Schritt aus der Gesellschaft ausgegrenzt: mit Berufsverboten, Ausschluss aus den Universitäten, später mit den „Nürnberger Rassegesetzen“ oder der „Arisierung“ jüdischer Unternehmen. Diese Gewalt steigerte sich in der Folgezeit und gipfelte in dem Versuch, alle Jüdinnen und Juden in Europa gezielt und umfassend zu ermorden. Bis 1945 ermordeten die Nazis sechs Millionen Jüdinnen und Juden.

Aus diesem Anlass findet seit 1990 jedes Jahr am Mahnmal in der Levetzowstr. in Moabit eine Gedenkkundgebung statt. Dort befand sich eine der größten Synagogen Berlins, die von den Nazis als Sammellager für die Deportationen missbraucht wurde. In diesem Jahr wird der Überlebende Ralf Bachmann davon berichten, wie er als Kind die Reichspogromnacht erlebte.

Im Anschluss findet eine antifaschistische Demonstration durch Berlin-Moabit zum Deportationsmahnmal Putlitzbrücke statt, die sich auch gegen den aktuellen Rassismus und Antisemitismus richtet. Es ist wichtig dem Gedenken an die NS-Verbrechen auch weiterhin Gehör zu verschaffen sowie Konsequenzen für die heutige Zeit daraus einzufordern, damit derartige Taten nie wieder begangen werden!

Demonstration: Samstag / 9. November / 17.00 Uhr / Mahnmal Levetzowstrasse / U-Bhf. Hansaplatz & S-Bhf. Tiergarten