Die Gewalt der Pogrome vom 7. bis 13. November 1938 fand am 9. November, der sogenannten Reichspogromnacht, ihren vorlaeufigen Höhepunkt. Überall in Deutschland und Österreich brannten die Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden überfallen, demoliert und geplündert. Deutsche Antisemit*innen demütigten, schlugen, vergewaltigten und ermordeten jüdische Menschen. Etwa 30.000 Männer wurden verhaftet und in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen verschleppt.

Die Pogrome stellten eine weitere, entscheidende Radikalisierung der antijüdischen Politik des NS-Regimes dar. Bis dahin hatten die Nazis die jüdische Menschen Schritt fuer Schritt aus der Gesellschaft ausgegrenzt: mit Berufsverboten, Ausschluss aus den Universitaeten, später mit den „Nürnberger Rassegesetzen“ oder der „Arisierung“ jüdischer Unternehmen. Die antisemitische Politik wurde nach den Novemberpogromen immer gewalttaetiger und gipfelte letztlich in dem Versuch, alle jüdischen Menschen in Europas gezielt und umfassend zu vernichten. Bis 1945 hatten die Nazis sechs Millionen von ihnen ermordet.

In Erinnerung an diese Ereignisse wird es am 9. November in Berlin eine Kundgebung und Demonstration geben. Bereits im Vorfeld ist wie üblich eine Mobilisierungszeitung erschienen (Download). Auf der Kundgebung wird die Zeitzeugin Margot Friedlaender (geboren am 5.November 1921) sprechen. Sie wurde als Jüdin verfolgt und ins KZ Theresienstadt deportiert. Sie überlebte den Holocaust und emigrierte 1946 in die USA. 2010 kehrte sie nach Berlin zurueck. Anschließend wird eine antifaschistische Demonstration zum Mahnmal an der Putlitzbrücke (S-Bhf Westhafen) gehen.

Kundgebung und Demo: 9. November 2012 / 17 Uhr / Mahnmal Levetzowstrasse / U-Bhf Hansaplatz & S-Bhf Tiergarten