Seit nun mehr als drei Jahren besteht in Berlin Schöneweide die Nazikneipe «Zum Henker». Dort finden Konzerte, Veranstaltungen und Kameradschaftsabende statt. Seit der Eröffnung der Kneipe im Februar 2009 kommt es regelmäßig im Umfeld des Lokals zu Übergriffen und Sachbeschädigungen. Wie bekannt geworden ist, siedeln sich nach und nach immer mehr neue Strukturen in der Gegend rund um die Brückenstraße in Schöneweide an. Mittlerweile verfügt die Berliner Naziszene über insgesamt neun Geschäfte und Lokalitäten in Schöneweide. Ein Großteil davon liegen in der Brückenstraße. Nach einer antifaschistischen Veröffentlichung wird die Brückenstraße deshalb in vielen Kreisen als «Braune Straße» gehandelt.

Neben der Infrastruktur haben auch viele Nazis ihren Aktionsschwerpunkt nach Schöneweide verlegt. Regelmäßig fungiert Schöneweide als Treffpunkt der Naziszene. Von dort aus reisen Nazis zu bundesweiten Naziaufmärschen oder anderen Aktionen. Mitlerweile leben auch viele organisierte Nazis aus Berlin in Schöneweide. So wohnt der Berliner Nazikader Sebastian Schmidtke in der Brückenstraße. Gleichzeitig betreibt er, dort den Naziladen Hexogen. Der wirbt mit dem Slogan "Alles für den Aktivisten" für sein Sortiment. In diesem Laden können Nazis, u.a Waffen, Kleidung und Nazipropaganda erwerben. Der Name des Laden ist die Bezeichnung für ein Sprengstoff aus dem zweiten Weltkrieg.

Doch seit einigen Monaten kommt es immer wieder zu Aktionen gegen die Naziszene in Berlin-Schöneweide. Unter anderem  besuchten engagierte Antifaschist_innen die Immobiliengesellschaft F&M, welche für die Vermietung der Räumlichkeiten des "Henker" verantwortlich ist. Aktuell hat sich ein Antifa-Bündnis unter dem Motto "Turn Left - Smash Right" gegründet, um die Präsenz in Schöneweide zu intensivieren. Neben anderen Aktionen beteiligten sich am 7. Juli trotz des schlechten Wetters über 300 Menschen an einer Demonstration. Ein ausführlicher Bericht findet sich auf Indymedia. Auch für die Zukunft sind weitere Aktionen angedacht.