Der Tag der Erinnerung und Mahnung gehört zu den regelmäßigen Veranstaltungen in Berlin, die das Gedenken an die Opfer des Nazismus und die Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen um Rassismus und Nazis verbinden. Neben einer Gedenkkundgebung und einem antifaschistischen Fahrradkorso erwartet die Besucher*innen ein vielfältiges Kulturangebot mit viel Musik, Gespräche mit Zeitzeugen, sowie Ausstellungen. Genaueres findet ihr im Programm.

Besonders ans Herz legen möchten wir euch eine Veranstaltung mit dem jüdischen Widerstandskämpfer und Aufständischen im Vernichtungslager Sobibor, Philip Bialowitz. Anlass ist der 70. Jahrestag bewaffneter Aufstände in den Vernichtungslagern Sobibor, Treblinka und im Warschauer Ghetto.

Tag der Erinnerung und Mahnung: Sonntag / 8. September 2013 / 13 bis 18 Uhr / Tempelhofer Feld

Am 17. August soll im brandenburgischen Finowfurt (Landkreis Barnim) ein Rechtsrockkonzert stattfinden, bei dem wieder hunderte Nazis erwartet werden. Dort befindet sich seit mittlerweile sechs Jahren das Grundstück der Familie Mann, welches als Veranstaltungsort für Rechtsrockkonzerte sowie für Festveranstaltungen dient, wie das DVU- und NPD- Sommerfest, den NPD-”Preußentag” und zuletzt für ein Fest der Partei “Die Rechte” Brandenburg. Das Gelände ist seit Jahren zum wichtigsten Ort für die rechte Szene in Berlin und Brandenburg geworden. Es bedarf endlich eines deutlichen Signals! Am 17. August soll die Bremer Band “Kategorie C” und “Hungrige Wölfe” auftreten. Die Band ist in den letzten Jahren zu einer auch über das Nazispektrum hinaus bekannten und beliebten Band geworden.

Erneut will ein breites Bündnis aus antifaschistischen Initiativen, Vereinen und Gewerkschaften, wie schon im Mai, auf die Straße gehen. Die ersten Erfolge unserer Aktionen sind erkennbar. Es kommen immer weniger Nazis zu den Konzerten und der Druck auf Klaus Mann steigt von allen Seiten. Jetzt müssen wir weiter machen und deutlich zeigen, dass Nazis in Finowfurt nicht erwünscht sind.

Mehr Infos unter Antifa Bernau und www.finowfurt-nazifrei.tk

Update: Das Konzert wurde mittlerweile abgesagt.

Antifaschismus und die Errungenschaften der jugoslawischen Partisan*innen bestimmten für fast ein halbes Jahrhundert Geschichte, Bildung und Kultur Jugoslawiens. Nach Titos Tod 1980 und dem Zusammenbruch der jugoslawischen Föderation verbreitete sich ein offener Nationalismus in allen jugoslawischen Republiken. Damit wurde Tür und Tor für die Revision der Geschichte und geöffnet: der Gründungsgedanke der Staates „bratstvo i jedinstvo“ (Brüderlichkeit und Einheit) wurde ebenso angezweifelt, wie die Geschichtsinterpretation des Zweiten Weltkrieg. Täter wurden zu Opfer stilisiert und die Erfolge des gemeinsamen Kampfes in Frage gestellt.

Am frühen Abend des 5. Juni wurde der französische Antifaschist Clément Méric von Neonazis in Paris ermordet. Er verließ gerade in einer kleineren Gruppe ein Geschäft, als eine Gruppe rechter Skinheads sie gezielt attackierte. Mehrere Faustschläge, vermutlich verstärkt durch einen Schlagring, trafen Clément so heftig, dass er nach hinten kippte und mit dem Kopf auf einen Poller aufschlug. Einige Stunden später erlag er im Krankenhaus den Verletzungen. Clément Méric war in der Action Antifasciste Paris-Banlieue (AAPB) organisiert. Die Täter sind der organisierten Naziszene zuzurechnen.

Bereits am nächsten Tag erfolgten durch die Pariser Polizei mehrere Festnahmen, darunter auch die des Haupttäters. Die Täter sind dem Umfeld der Jeunesses nationalistes révolutionnaires (JNR) zuzurechnen, verfügen aber zu guten Verbindungen zu zahlreichen Akteuren der rechten Szene in Frankreich. In den folgenden Tagen nahmen Zehntausende an Gedenkdemonstrationen an Clément Méric in Frankreich und überall in der Welt teil. Auch in Berlin fand eine Solidaritätskundgebung vor der französischen Botschaft statt.

Am 24. Mai 2013 jährt sich die Ermordung von Dieter Eich zum 13. Mal. Dieter Eich wurde von mehreren Neonazis in seiner Wohnung zu Tode gequält. Lange Zeit bemühten sich die Medien den Hintergrund der Tat zu verschweigen. In Gedenken an Dieter Eich und gegen bestehende Nazistrukturen in Buch findet deshalb am 24. Mai eine Demonstration statt. Die Demonstration wird seit einigen Jahren von Antifa-Gruppen aus dem Nordosten Berlins organisiert. Der Stadtteil Buch steht derzeit ohnehin auf Grund seines Naziproblems im Fokus.

Seit einigen Monaten versucht eine kleine Gruppe Neonazis die Gegend für sich zu beanspruchen. Neben dem  Versuch eine Spontandemonstration durchzuführen kommt es in diesem Zusammenhang regelmäßig in der Nähe vom S-Bhf. Buch zu Sachbeschädigungen und nazistischen Schmierereien. Für diese Aktivitäten erklärte sich eine Gruppe unter dem Label „AG-Buch“  verantwortlich.  Aus diesem Grund fand bereits im März ein Putzspaziergang in der Region statt. Diese pflegen auch Kontakte zu den Nazis um Sebastian Schmidtke vom Nazinetzwerk NW-Berlin und der NPD.

Antifa-Demo: Freitag / 24. Mai 2013 / 18 Uhr / S-Bahnhof Buch / Weitere Infos

Kürzlich wurde erneute eine Ausgabe der Berlin-Brandenburger Antifa-Recherche-Publikation "Fight Back" veröffentlicht. Nun gibt es sie auch online und kann auch hier (PDF, 10 MB) heruntergeladen werden. Die Fight Back portraitiert seit 2001 die Neonaziszene und rechte Aktivitäten und Entwicklungen - zu Beginn nur in Form einiger Spotlights aus Berlin, gibt die mittlerweile fünfte Ausgabe auf über hundert Seiten, mit über 850 Namen und über 700 Fotos einen guten Überblick über die Region Berlin-Brandenburg. Neben Bezirks- und Regionalberichten wird auf einzelne Gruppierungen, Aktions- und Themenschwerpunkte detailierter eingegangen. Darüberhinaus werden notorische, wie auch unbekanntere Lokalitäten und Personen der Szene vorgestellt – letztere erstmalig in einem übersichtlichen Personenlexikon.

In einem Redaktionstext stellt sich das Projekt einem Rückblick und reißt ein paar Fragen an: Was hat die Fight Back in den letzten Jahren erreicht? Trägt Recherchearbeit tatsächlich dazu bei, den Nazismus real einzuschränken? Wurden die Erkenntnisse konsequent in die Praxis umgesetzt? Was sind aktuelle Fragen und Probleme linksradikaler antifaschistischer Praxis? Als Motivation geben die Macher*innen an, dass es ihnen darum geht, "den größtmöglichen Druck auf die Neonaziszene und auf jeden Einzelnen von ihnen auszuüben. Der Name dieses Projekts ist schon immer wörtlich gemeint."

Weitere Infos und Kontaktmöglichkeit unter www.antifa-berlin.info/recherche

Vor nun fast 68 Jahren befreiten die Alliierten Europa von der faschistischen Barbarei. Mehrere Millionen Menschen mussten dafür ihr Leben lassen. Deutschland hatte zuvor einen Vernichtungskrieg angezettelt, mit dem die nazistische Ideologie der Ungleichheit und Unterdrückung militärisch in Europa  durchgesetzt werden sollte. Millionen Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Kommunist*innen, Homosexuelle wurden in deutschen Konzentrationslagern systematisch vernichtet. Die Kapitulation Nazideutschlands am 8. Mai 1945 bedeutete somit für zahlreiche Menschen die Befreiung und Rettung vor dem sicheren Tod. All jene, die sich der Herrschaft Nazideutschlands in den Weg stellten, zahlten einen hohen Preis und nicht wenige verloren in diesem Kampf ihr Leben. Ob Mitgleider von Widerstandsgruppen, Spanienkämpfer*innen, Partisan*innen oder Soldat*innen der Allierten - sie alle waren an der Niederschlagung des Nazismus beteiligt.

Die Sowjetunion trug im Kampf gegen Nazideutschland die Hauptlast. Sie hatte den entscheidenden Anteil am Sieg, da die Ostfront die Hauptfront des Zweiten Weltkrieges war. Lange bevor endlich die zweite Front eröffnet wurde, hatten sowjetische Soldat*innen den Feind vor Moskau gestoppt, in Stalingrad und im Kursker Bogen die Wende des Krieges erzwungen. Da in  der Sowjetunion der 9. Mai als Tag des Sieges über den Nazismus zum Feiertag erklärt wurde, wollen wir auch in Berlin an diesem Tag die Befreiung vom Nazismus feiern. Aus diesem Grund wird es wieder ein Fest am sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park geben. Neben Reden von Zeitzeug*innen, Führungen zum Ehrenmal und russischer Küche gibt es außerdem wieder ein buntes Kulturprogramm. Das Vorbereitungsbündnis hat im Vorfeld auch eine Broschüre herausgegeben,

Fest: 9. Mai 2013 / ab 11 Uhr / Treptower Park / Parkplatz am Rosengarten unweit des sowjetischen Ehrenmals

Nach jahrelangen Bemühungen der Initiative für ein Aktives Gedenken wird noch in diesem Monat die Silvio Meier Straße eingeweiht. Nach mehreren Jahren politisches Engagements wird die Gabelsbergerstraße in Berlin-Friedrichshain nun nach dem im Jahr 1992 ermordeten Hausbesetzer und Aktivisten umbenannt. Silvio Meier, der sich auch nach der Wiedervereinigung politisch engagierte, wurde bei einer Auseinandersetzung am U-Bhf. Samariter Straße von Neonazis erstochen.

Lange Zeit versuchten Senat, Polizei und Medien den Mord als unpolitische Auseinandersetzung darzustellen. Im Vorfeld der Umbenennung versuchte der reaktionäre Klatschreporter Gunnar Schupelius diese Debatte wieder aufflammen zu lassen. In Gedenken an Silvio Meier und als gemeinsames Event der Antifaszene organisieren linke Gruppen seit nun 20 Jahren eine große Demonstration im November. Die Broschüre „Und die, die Sterben werden weiterleben“ lässt Freund*innen von Silvio Meier zu Wort kommen und zeichnet die Entwicklung hin zu einer der größten regelmäßigen Antifa-Demos in Berlin nach. Die Broschüre kann hier (PDF, 3.6 MB) heruntergeladen werden.

Die Umbenennung findet am Freitag den 26. April um 18 Uhr statt. Auch Angehörige von Silvio Meier werden an der einstündigen Veranstaltung teilnehmen.

Am 1. Mai 2013 planen Nazis an mehreren Orten in Deutschland Aufmärsche. Auch in Berlin-Schöneweide hat die NPD eine Demonstration angemeldet. Unter dem Motto "Wir sind keine Melkkuh Europas" will sie gezielt an den populistischen Anti-EU-Diskurs anknüpfen. Das als Veranstaltungsort Berlin-Schöneweide gewählt wurde, ist kein Zufall. Die Berliner Naziszene versucht seit Jahren den Stadtteil in Beschlag zu nehmen und hat nach und nach ihre Strukturen dort ausgebaut. Seit der Eröffnung der Nazikneipe „Zum Henker“ in der Brückenstraße 14 vor über 4 Jahren häufen sich dort die Aktivitäten der Nazis (Chronik). Auch der Berliner NPD-Vorsitzende Sebastian Schmidtke betreibt in der Straße einen Waffenladen mit dem Namen "Hexogen".

Umso wichtiger ist es, den Nazis auch schon vor dem 1. Mai zu zeigen, dass sie mit unserem Widerstand zu rechnen haben. Einige autonome Antifaschist*innen rufen zu einem Aktionsmonat gegen die Berliner Nazis auf. Außerdem bereiten Antifagruppen am Tag vor dem Aufmarsch eine Demo mit einem anschließenden Konzert vor. Dort werden u.a. Gruppen wie Atari Teenage Riot und ZSK auftreten (Info).

Für den 1. Mai selber hat sich bereits ein breites Bündnis aus Antifagruppen und Zivilgesellschaft gegründet. Dieses will an den Erfolg vom 1. Mai 2010 anknüpfen, wo mehrere tausend Menschen einen Naziaufmarsch durch den Prenzlauer Berg verhinderten. Mittels Massenblockaden soll den Nazis auch diesmal wieder der Tag vermiest werden. Achtet auf weitere Ankündigungen!

30. April 2013: 17.00 Uhr / Antifaschistische Demo + Konzert / S-Bahnhof Schöneweide
1.  Mai 2013: Naziaufmarsch verhindern! Infos unter www.1mai-nazifrei.tk

Am 17. April 2013 wird in München der Prozess gegen das NSU-Mitglied Beate Zschäpe sowie vier der Unterstützer beginnen: Ralf Wohlleben, Holger Gerlach, Carsten Schultze und André Eminger. Sieben Jahre lang könnten sie unter den Augen der Sicherheitsbehörden ihre rassistischen Taten begehen. Sie haben zehn Menschen ermordet und zwei Sprengstoffanschläge verübt. In den Medien wurde der Begriff „Döner-Morde“ geprägt und die Sonderkommission gab sich den Namen „Bosporus“. Damit schloss die Polizei von Anfang an rassistische Hintergründe der Morde aus, behandelte die Opfer wie Täter und ermittelte in Richtung organisierter „Ausländer-Kriminalität“. Immer noch nicht sind die Verstrickungen der Behörden und Geheimdienste in aufgeklärt. Vielmehr wird vertuscht und gemauert. Die logische Konsequenz daraus lauter: Verfassungschutz abschaffen! Ein breites antifaschistisches Bündnis ruft deshalb am Samstag vor Prozessbeginn zu einer bundesweiten Großdemonstration auf.

Demo: Samstag / 13. April 2013 / 13.00 Uhr / Karlsplatz (Stachus) / München

Es besteht die Möglichkeit einer Busanreise aus Berlin. Tickets gibt es im Red Stuff (Waldemarstr. 110, Kreuzberg , Mo.-Fr. 14-19 Uhr, Sa. 14-16 Uhr) und im Buchladen zur schwankenden Weltkugel (Kastanienallee 85, Prenzlauer Berg, Mo.-Fr. 11-19 Uhr, Sa. 11:30-18 Uhr).