Antiziganismus, der Rassismus gegen Sinti und Roma, ist ein leider viel zu wenig beachtetes Thema. Dabei ist er in Deutschland seit Jahrhunderten fest verankert und gipfelte im Völkermord der Nazis. Auch heute hat das Thema nichts an Aktualität verloren. Nach wie vor lebt ein großer Teil der zehn bis zwölf Millionen Roma in Europa ausgegrenzt, ghettoisiert, auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt sowie im Bildungsbereich diskriminiert oder ausgeschlossen. Vor allem in Osteuropa kommt es auch immer wieder zu pogromartigen Ausschreitungen, wie vor einiger Zeit in Varnsdorf (CZ). Aber auch in Deutschland müssen Sinti und Roma mit Anfeindungen und Diskriminierung leben. Außerdem sind 10.000 Roma aus dem Kosovo gerade von Massenabschiebungen bedroht. Zusätzlich kommt es mit erschreckender Regelmäßigkeit zu Hetzkampagnen von Medien, Nazis und Politik, wie neulich in Berlin-Neukölln. Wer sich tiefergehend mit der Kontinuität des Antiziganismus in Deutschland beschäftigen will, empfehlen wir den entsprechenden Artikel in der Broschüre Nazifaschismus - Verfolgte - Widerstand oder die Ausgabe 59 der antirassistischen Zeitschrift ZAG, zu der auch wir einen Artikel beigesteuert haben.

Ein Beitrag aus der Aneignungsreihe.

Wat? Freiheit beim Zug fahrn mit Freiheitsentzug zahln? Ich bewahr mir den Mut, benutz Bus, S- und U-Bahn. Wir fordern die freie Mobilität für alle! Und entschärfen bis dahin jede Schwarzfahrfalle.
Tapete „Schwarzfahrt“

„Schwarzfahren“ ist die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel wie Bus und Bahn, ohne dafür ein Ticket zu lösen und es zu bezahlen. Aus verschiedenen Gründen fahren Menschen ohne Ticket: Die einen können es sich nicht leisten, jeden Tag ein neues Ticket zu ziehen; andere sehen es als unnötig an, für ein öffentliches Gut wie Transport zahlen zu müssen. „Schwarzfahren“ ist in Beamt_innensprech eine Leistungserschleichung und so ein Straftatbestand. Dies kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe belegt werden. Damit es bei euch erst gar nicht dazu kommt, haben wir hier ein paar Tipps, die das Fahren ohne Ticket erleichtern:

Ein Beitrag aus der Aneignungsreihe.

Jeder Mensch braucht Essen, Kleidung und einige andere Alltagsgegenstände. Sollte euch das Geld hierfür fehlen oder wollt ihr nicht einsehen, warum manche Sachen so viel kosten, ist der Kaufhausklau eine mögliche Alternative. Wenn bei größeren Ladenketten etwas wegkommt, wird das regelmäßig als Schwund verbucht und ist kein bedeutender wirtschaftlicher Verlust. Die Läden gleichen den Verlust natürlich wieder aus. Jedoch müssen Menschen die „ganz normal“ einkaufen gehen, wegen Ladendieb_innen nicht mehr Geld bezahlen. Eine Ausnahme war eine über mehrere Jahre bei Schlecker bestehende arbeitnehmer_innenfeindliche Praxis, ihnen bei Schwund das Gehalt zu kürzen, was aber mittlerweile abgeschafft wurde. Nur in sehr kleinen Tante-Emma-Läden schadet es Einzelpersonen. Ansonsten müsst ihr keine Angst haben, damit Menschen direkt zu treffen.

Ein Beitrag aus der Aneigungsreihe.

In der letzten Ausgabe in der „Rosen auf den Weg gestreut“ haben wir euch Möglichkeiten vorgestellt, wie ihr auch ohne Geld für die Videothek oder die DVD auszugeben, an eure Lieblingsfilme kommt. Wenige Wochen nach Erscheinen der Ausgabe wurde kino.to, die bis dahin größte und bekannteste deutsch-sprachige Webseite für Streams von Filmen und Serien durch die Dresdner Staatsanwaltschaft abgeschaltet. Seit dem 8. Juni sehen die Nutzer_innen von kino.to statt der Filme nur noch einen Hinweis der Kriminalpolizei. Diese wirft insgesamt 21 Leuten die Bildung einer kriminellen Vereinigung (§129) zur „gewerbsmäßigen Begehung von Urheberrechtsverletzungen“ vor. Die Beschuldigten sollen laut Staatsanwaltschaft ein „hochkriminelles, profitorientiertes System“ aufgebaut und Gewinne im 6stelligen Bereich eingefahren haben.

Ein Beitrag aus der Aneignungsreihe.

Im Internet findet sich heutzutage so ziemlich jeder Song und Film, der das Herz begehrt. Dank schneller Internet-Verbindungen und Flatrates sind diese nur noch einen Maus-Klick entfernt. Raubkopien gehören daher zum Alltag fast aller. Das leere Portemonnaie hält nur noch die wenigsten von ihrer Lieblingsmusik oder dem begehrten Film ab. Leider flattern dabei viel zu oft Abmahnungen ins Haus oder die Bullen schauen gar vorbei und nehmen nicht nur die mühsam aufgebaute Musiksammlung, sondern auch gleich noch den PC mit. Zwar droht dann – anders als von der „Content-Mafia“ propagiert – im Normalfall kein Knast, teuer kann es aber schon werden. Ein paar Vorsichtsmaßnahmen können das jedoch fast immer verhindern.

Der Reichtum unserer Gesellschaft ist schier unermesslich. Laut Volkswirt_innen werden in Deutschland Waren im Wert von 2.500 Milliarden Euro jährlich produziert – eine Zahl mit dreizehn Stellen. Einen besseren Eindruck kann ein Bummel durch die Shopping-Center dieser Stadt vermitteln. Von der Trekking-Jacke, über das iPhone bis zum künstlichen Hüftgelenk gibt es (fast) alle Dinge, um unsere materiellen Bedürfnisse zu befriedigen. Doch leider steht zwischen uns und der bunten Warenwelt hinter der Schaufensterscheibe eine große Barriere: das Geld. Der karge Lohn und die spärlichen Almosen des Staates reichen in der Regel gerade für das Nötigste. An die schicke Konsole, den trendy Windbreaker oder auch nur das Bio-Essen vom Öko-Laden um die Ecke ist meist nicht zu denken.

Die vorliegende Dokumentation umfasst Beiträge zu fünf thematisch gegliederten Veranstaltungen, die die Jugendantifa Berlin im Rahmen der antifaschistischen Veranstaltungsreihe „Nazifaschismus - Verfolgte - Widerstand“ in den Jahren 2009 und 2010 durchgeführt hat. Mit dieser Veranstaltungsreihe ging es uns darum, uns wesentliche inhaltliche Schwerpunkte im Kampf gegen die heutigen Nazis anzueignen und Position zu beziehen. Es ist unser Anliegen, die Nazis und ihre Verbrechen anzuklagen, der Verfolgten des Naziterrors zu gedenken und Kontinuität gewährleistend antifaschistisch zu arbeiten.

Aktuell sind ca. 24.000. Flüchtlinge aus dem Kosovo akut von der Abschiebung durch den deutschen Staat bedroht. Darunter befinden sich mindestens 10.000 Roma. Die ersten Abschiebungen von Roma haben in dieser Woche vom Flughafen Düsseldorf aus begonnen. Damit hat der deutsche Staat nun seine seit Jahren forcierten Pläne zur Abschiebung aller in Deutschland lebender Flüchtlinge aus dem Kosovo mit ungesichertem Aufenthaltsstatus durchgesetzt. Eine faktische "rechtliche Grundlage" für die Massenabschiebungen hat der deutsche Staat im April 2009 geschaffen, indem er der neuen Kosovoregierung ein sogenanntes "Rückübernahmeabkommen" diktierte. Viele von der Abschiebung bedrohten Romaleben seit 10 oder 15 Jahren in Deutschland.

Am 7. Januar 2011 gedachten zahlreiche Aktivist_innen dem im Jahr 2005 ermordeten Oury Jallow. Oury Jallow war am 7.1.2005 im Polizeirevier Dessau lebendig verbrannt. Die Bullen behaupten Oury Jallow hätte sich selber angezündet. Dass nicht nur erhebliche Zweifel an der Version der Bullen bestehen, sondern dass von Mord gesprochen werden kann, nehmen die Repressionsbehörden als Vorwand das Gedenken an Oury Jallow zu kriminalisieren.

Nach eigenen Angaben sind die Bullen nicht weiter bereit die Parole "Oury Jallow das war Mord" zu tolerieren. Bei einer Gedenkdemonstration am 7. Januar dieses Jahres kam es im Zuge dessen zu brutalen Prpgelorgien gegen die Teilnehmer der Demonstration. Der Anmelder der Demonstration kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Einige Tage nach den schweren Übergriffen wurde ein Brandanschlag auf die Polizeistelle wo Oury Jallow ums leben kam verübt.

Bilder I | MZ | Junge Welt | MDR | Indymedia | Weitere Infos unter: initiativeouryjalloh.wordpress.com

Am 6. Dezmber 2008 wurde in Griechenland der 15 jährige Alexandros Grigoropoulos von griechischen Bullen erschossen. Im Stadtteil Athens Earchia war Alexandros auf dem Rückweg von einer Feier durch einen gezielten Schuß eines Bullen getroffen worden und dieser verletzung erlegen. In den darauffolgenden Tagen kam es zu schweren Ausschreitungen in zahlreichen griechischen Städten.

Außerdem fanden international zahlreiche Soli-Demonstrationen und militanten Aktionen statt. Die Wut über die Ermordung Alexandros weitete sich in den darauffolgenden Monaten immer weiter aus und immer wieder kam es zu Aktionen und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Zahlreiche Fahrzeuge gingen in Flammen auf, Banken und Geschäfte wurde beschädigt.

Später gingen die Soliaktionen in Gedenken an Alexandros in landesweite Aktionen gegen Staat und Kapital über. Die Proteste halten bis heute an.

Kein vergeben, kein vergessen!

Überblicksartikel über die Aktionen nach dem 6.12.2008 auf Indymedia