Der 21. November erinnert uns schmerzhaft daran, wie hoch der Preis sein kann für Mut, Engagement und Leidenschaft. Nicht, dass dieser der einzige wäre...aber es ist kein Tag wie jeder andere. Vor fast 24 Jahren wurde Silvio Meier von einer Gruppe Neonazis erstochen. Er und seine Freund*innen wollten das offene Auftreten von Faschisten nicht unwidersprochen lassen. Auf dem U-Bhf. Samariter Straße sprachen sie am Abend des 21. November 1992 eine Gruppe junger Neonazis auf einen faschistischen Aufnäher an. Im Zuge dessen zogen die Faschisten ein Messer und stachen auf Silvio Meier ein. Er starb kurze Zeit später. 

Bereits beim Element-of-Crime-Konzert war er mit einem Angriff von Neonazis konfrontiert. Angesichts des erstarkenden Rassismus und Neofaschismus im  wiedervereinten Deutschland stellte er sich den Neonazis aktiv entgegen. Sein Engagement kostete ihn am 21. November 1992 das Leben. Wenige Tage nach der Tat, am 23. November 1992, kam es in der Kleinstadt Mölln zu einem schweren rassistischen Brandanschlag auf 2 Wohnhäuser. Im Feuer starben damals drei Menschen. Einigen von uns erschien es schwer zu glauben dass solche Zustände in Deutschland wieder möglich seien. Heidenau, Freital und Bautzen haben diejenigen von uns, auf bittere Weise Lügen gestraft. Die Ereignisse um uns herum erinnern in erschreckender Weise an die Pogromstimmung Anfang der Neunziger Jahre in Deutschland. Bedrückende 850 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte gab es laut BKA, allein im vergangenen Jahr. Auch deswegen wird es in diesem Jahr wieder eine Mahnwache und eine Demonstration in Gedenken an Silvio Meier geben. Am Tag der Demonstration planen die Deppen von Bärgida, zudem ihren hundersten Aufmarsch! Zeit, für praktischen Antifaschismus, wie wir finden!

Mahnwache: 21.11.2016 « 17 Uhr «U-Bhf. Samariter Straße (U5)
Antifa Action gegen Bärgida: 26.11.2016 « 14 Uhr « Hauptbahnhof
Demonstration: 26.11.2016 « 17 Uhr «U-Bhf. Samariter Straße (U5)

Infos unter NoBärgida, unserer Broschüre zum Gedenken von 2012 und bei den Genoss*innen von der radikalen linken berlin

Am 5.11.2016 werden erneut hunderte Neonazis unter dem Motto „Merkel muss weg“ organisiert von „Wir für Berlin – Wir für Deutschland“ durch Berlin Mitte ziehen. Bereits zum vierten Mal in diesem Jahr wird der Aufmarsch von Enrico Stubbe angemeldet. Der Zusammenschluss von NPD, AfD, Pro Deutschland, Rechten Hooligans und „besorgten Bürgern*innen“ an diesem Tag ist eine gefährliche Mischung. Sie verbreiten weitestgehend unbehelligt und wie so oft von der Polizei geschützt ihre rechte Propaganda gegen Geflüchtete und gegen Menschen die nicht in ihr rassistisches Weltbild passen. Das Resultat ihrer rechten Hetze zeigt sich mittlerweile täglich in Form von gewalttätigen Übergriffen auf Geflüchtete und andersdenkende Menschen in Berlin und Deutschland. Das wollen wir nicht mehr länger hinnehmen. Daher lasst uns an diesem Tag erneut ein solidarisches Zeichen setzen gegen ihre Propaganda!

Vortreffpunkt: 05.11.2016 / 15.00 Uhr / Oranienburger Str.  Ecke Friedrichstraße
Antifaschistische Kundgebung: 05.11.2016 / 13.00 Uhr / Washingtonplatz (Berlin HBF)
Weitere Infos: nazifrei.berlin & Bündnis gegen Rechtswww.demoticker.org

Im November haben wir das Experiment Offenes Antifa Treffen (OAT) Berlin gestartet. Seit dem haben wir uns nun schon 6 mal getroffen. Wir haben neue Kontakte geknüpft, Einschätzungen ausgetauscht und erste Projekte angeschoben. Diesen Prozess wollen wir fortsetzen. Wir haben uns daher auf drei weitere Treffen verständigt. Wir freuen uns auf alle, die schon mal da waren und alle, die noch dazu stoßen möchten.

Nächste Termine: 13. Mai, 10. Juni und 22. Juli
Jeweils 18 Uhr in der Schreina47
(Schreinerstr. 47, Friedrichshainer Nordkiez)

Auch in diesem Jahr findet in Berlin erneut der Offene Linke Jugendkongress, auch Juko genannt, statt. Geboten wird ein breites Programm von praktischen Workshops und inhaltlichen Vorträgen. Natürlich wie immer für umsonst. Daneben besteht die Möglichkeit mit Gleichgesinnten zu diskutieren und sich zu vernetzen. Wir wollen Widerstand gegen die rückwärtsgewandten Teile der Gesellschaft leisten und die bereits erkämpften Errungenschaften verteidigen. Gleichzeitig gilt es eigene Antworten auf aktuelle Probleme zu finden. Was kann man gegen neue und alte Nazis tun? Welche Kritik haben wir an Religion? Wie verteidigen wir uns gegen Angriffe von Rechten? Was verstehen wir unter Antikapitalismus? Unser Ziel haben wir dabei klar vor Augen: Wir wollen das (Zusammen-)Leben ohne Unterdrückung und Ausgrenzung gestalten. Wir wollen gemeinsam und solidarisch in Freiheit leben. Bei unserem Bemühen haben wir das Glück nicht von vorne anfangen zu müssen. Es gibt eine lange gewachsene linke Bewegung mit Wissen und Erfahrungen sowie einer Kultur der Solidarität und des Austauschs. Bei dem kommenden Linken Jugendkongress in Berlin wollen wir uns daher verschiedenen bestehenden Theorien und Ansätzen zur Analyse der Verhältnisse widmen. Wir wollen diese gemeinsam diskutieren und uns auch über eigene Ideen austauschen.Kommt zum vierten offenen linken Jugendkongress in Berlin und lasst uns die Zukunft in Angriff nehmen!

Facts: Der JuKo findet dieses Jahr vom 14.-16. Oktober in Charlottenburg im Schloß19 statt. Für Futtern, Trinken, Unterhaltung, Inputs, diverse Workshops, barrierearme Räumlichkeiten, Mucke, Pennplätze, Entspanntes und Spannendes … ist gesorgt. Natürlich wie immer für umsonst. Weitere Infos findet ihr hier.

Am 17. September wollen christliche FundamentalistInnen erneut durch Berlin marschieren. Unter dem scheinheiligen Motto "Marsch für das Leben" rufen selbsternannte "Lebensschützer" um den Bundesverband Lebensrecht bereits seit mehreren Jahren zu Demonstrationen gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frau auf. Ihr Kernanliegen ist das Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen. Aus dem gesamten Bundesgebiet und dem nahen europäischen Ausland karren sie regelmäßig mehrere tausend TeilnehmerInnen heran.

Auch in diesem Jahr wollen antifaschistische und queerfeministische Gruppen an die erfolgreichen Gegenproteste der letzten Jahre anknüpfen. Das What the Fuck-Bündnis ruft unter dem Motto "Lieber Feminismus feiern" für 12 Uhr zu einer Demonstration ab S-Bhf Anhalter Bahnhof auf. Der AK Codename Kot will die Auftaktkundgebung der Fundis in eine stinkende Hölle verwandeln. Im Anschluss soll der Marsch blockiert werden. In den letzten beiden Jahren hatten Blockaden mehrfach eine Umleitung erzwungen. Im letzten Jahr steckten der Marsch mehrere Stunden fest. Parallel organisiert das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, ein Zusammenschluss von Beratungszentren, Parteien und Zivilgesellschaft, eine Demonstration vom Brandenburger Tor zum Bebelplatz.

Samstag, 17. September 2016:

  • 12 Uhr, S-Bhf Anhalter Bahnhof: Demonstration des What the Fuck-Bündnis.
  • 13 Uhr, vor dem Bundeskanzleramt: Mit dem AK Codename Kot die Auftaktkundgebung zum Stinken bringen.
  • ab 14 Uhr: den Marsch blockieren!

Am Vortag ruft das Nationalismus ist keine Alternative-Bündnis zu einer Vorabend-Demo gegen Beatrix von Storch, AfD und christliche Fundamentalist*innen auf. Die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch ist mit ihrem Netzwerk rund um den Zivile Koalition e.V. bereits seit Jahren eine zentrale Lobbyistin der "Lebensschutzbewegung" in Deutschland. Neben dem Rassismus ist eine reaktionäre Geschlechter- und Familienpolitik - die Hetze gegen Homosexuelle, Sexualaufklärung und Geschlechterforschung - das zentrale Ideologiefragment der AfD. Beatrix von Storch steht wie keine zweite für die Verschränkung christlicher Fundamentalist*innen, "Lebensschützer" und der AfD.

Freitag, 16. September 2016:

  • 18.00 Uhr, S-Bhf. Schönhauser Allee: Vorabend-Demo gegen Beatrix von Storch, AfD und christliche Fundamentalist*innen.

Rund um das erste Wochenende im September stehen eine Reihe von Aktionen an. In Anbetracht des Summer of Migration und der reaktionären Tendenzen innerhalb Europas ruft die Interventionistische Linke und die Kampagne Nationalismus ist keine Alternative für den Vormittag des 2. September zur Blockade des Arbeitsministeriums in Berlin auf. Anschließend soll es in der Stadt verschiedene dezentrale Aktionen geben. Für Samstag, den 3. September, ist eine Großdemonstration geplant, welche um 14.00 Uhr auf dem Adenauerplatz beginnt.

Aber auch im Berliner Umland ist einiges los. So planen deutsche und polnische Nazis in Frankfurt (Oder) einen Aufmarsch für eine Schließung der Grenze. Antifaschistische Initiativen rufen zum Gegenprotest in Form einer Straßenparade auf.

Am 09. Juli fand in Berlin die Demonstration "Rigaer 94 verteidigen! Investor*innenträume platzen lassen!", unter anderem gegen die Teilräumung der Rigaer Straße 94, statt. Seither sitzen nun Aaron und Balu in Untersuchungshaft. Ihnen wird schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Im Vergleich dazu:  Beim diesjährigen 1. Mai landete niemand trotz des Vorwurfs schwerer Landfriedensbruch in U-Haft. Daran zeigt sich, dass der politische Druck, besonders hart durchzugreifen, sehr hoch war. Die Untersuchungshaft wird durch eine konstruierte „Fluchtgefahr“ gerechtfertigt. In den letzten Tagen hat sich eine Unterstützungsgruppe für die beiden gegründet. Zeigt euch solidarisch und unterstützt die beiden durch Spenden und Briefe!

Am letzte Mittwoch, dem 22. Juni, wurden mehrere Räume, darunter die Kadterschmidte, in der Rigaer 94 geräumt. Unverzüglich wurde mit Baumaßnahmen begonnen. Seitdem besetzen Bullen und Securities die Gemeinschaftsräume des Hausprojekts und die angrenzenden Straßen. Bewohner*innen, Besucher*innen und Anwohner*innen werden in ihrem Lebensalltag schikaniert, gedemütigt und angegriffen. Mehrere Demonstrationen und unzählige direkte Aktionen waren und sind eine legitime Antwort auf diesen bisher nicht gekannten Angriff auf unsere Strukturen.

Bereits seit Monaten zieht der Berliner Senat die Repressionsschraube in Friedrichshain an. Der Kiez wurde zu einem Gefahrengebiet erklärt. Mehrmals stellten hunderte Bullen die Rigaer 94 auf den Kopf - vorgeblich auf der Suche nach gefährlichen Gegenständen. Was sie beschlagnahmten waren Leitern und Holzkohle. Kneipen wurden überfallen und alle Anwesenden kontrolliert; Passant*innen teils über Stunden angehalten, durchsucht und ihre Personalien erfasst. Begleitet wurde dies von einer medialen Hetzkampagne.

Erklärtes Ziel ist nicht nur die Profitinteressen des Apartheid-Verfassungsrichters Dewhurst durchzusetzen, sondern die linke Szene Berlins langfristig zu schwächen. Durch die Zerschlagung widerspenstiger Orte soll Organisiation von Widerstand und Entfaltung subversiver Kultur erschwert werden.

Wir erklären uns solidarisch mit der Rigaer 94 und allen Leuten, die sich auf der Straße mit allen notwendigen und angemessenen Mitteln gegen diese Angriffe wehren.

Anstehende Termine:

Aktuelle Infos:

Am 17.06.2016 will die „Identitären Bewegung“ in Berlin eine Demonstration durchführen. Diese soll Auftakt ihres „Sommers des Widerstandes“ sein. Ihre Demonstration und ihre geplanten Aktionen beziehen sich auf ganz Europa, das sie angeblich befrieden und vor der Geflüchtetenpolitik des „EU-Regimes“ schützen wollen. Wie schon bei einer Störaktion in der Kreuzberger Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Dezember 2013 greifen sie bewusst die „Multikulti-Kultur“ an.

Mit antifeministischen, rassistischen und Islamfeindlichen Aktionen versuchen sie in ganz Europa durch scheinbar „hippe“ und coole Aktionen eine weitere Verschiebung nach Rechts in der Gesellschaft zu bewirken. Als „Berliner Bündnis gegen Rechts“ stellen wir uns aktiv dagegen: unser Berlin ist ein solidarisches! Ein Berlin des Miteinander! Ein Berlin ohne Rassist*innen und Antifeminist*innen! Lasst uns gemeinsam den Rechten der „Identitären Bewegung“ zeigen, was wir von ihnen halten: Nichts! Für ein solidarisches Berlin!

Gegenkundgebung: 17. Juni 2016 / 17 Uhr / Strausberger Platz (Friedrichshain) / Infos

Auch in diesem Sommer finden wieder einige empfehlenswerte Veranstaltungen unter freiem Himmel statt. Den Auftakt bildet das No-Border-Camp in Thessaloniki vom 15. bis 24. Juli. Gerade im Norden Griechenlands manifestiert sich die europäische Abschottungspolitik deutlich, weshalb es neben zahlreichen Workshops und Diskussionen auch viele direkte Aktionen geben wird.

Weiter geht es mit dem War-starts-here-Camp vom 25. bis 31. Juli in Sachsen-Anhalt, unweit des Truppenübungsplatzes Altmark, welcher zu den größten Deutschlands gehört. In den letzten Jahren wurde auf dem Gelände das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) des Deutschen Heeres errichtet. Auf dem Platz erfolgt die Ausbildung der Angehörigen der Bundeswehr und der Vertragsstaaten der NATO für Auslandseinsätze. Ziel ist es der kriegerischen Mobilmachung etwas entgegensetzen. Nicht nur in den Köpfen der Menschen, sondernauch ganz praktisch, denn Abrüstung ist Handarbeit.

Den Abschluss bildet das Alternative Jugendcamp (Ajuca) vom 24.bis 28. August auf dem Gelände des Kulturkosmos e.V. in Lärz / Mecklenburg-Vorpommern. Das Camp richtet sich vor allem an politische Jugendliche, ist jedoch auch offen für alle anderen Altersgruppen. Es ist ein DIY-Camp, so dass alle Aufgaben von den Teilnehmenden (mit-)übernommen werden. Neben einem Aktionstag in der mecklenburgischen Provinz gibt es jede Menge Workshops und kulturelle Veranstaltungen.