Am 10.11.2012 wollen Neonazis unter dem Motto „Raus aus der EU und Grenzen dicht“ in Frankfurt (Oder) aufmarschieren. Angemeldet wurde dies durch den Kreisverband Märkisch-Oderland der NDP. Bereits in der Vergangenheit betrieb die NPD immer wieder antipolnische, antieuropäische und rassistische Hetze. Hinzu kommt, dass die Nähe zum jährlichen Gedenktag an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 – ein Ereignis, welches eine weitere Stufe der Verfolgung und Ermordung von jüdischen Menschen durch die Nazis darstellte – eine Verhöhnung der Opfer des Naziregimes ist. Um dies zu verhindern, ruft ein Bündnis von Antifaschist*innen zum Verhindern mittels Blockaden auf. Schon im März diesen Jahres wurde ein Aufmarsch der Neonazis so erfolgreich verhindert.

Infoveranstaltung: Samstag / 27. Oktober 2012 / 21 Uhr / Schreina47

Die Gewalt der Pogrome vom 7. bis 13. November 1938 fand am 9. November, der sogenannten Reichspogromnacht, ihren vorlaeufigen Höhepunkt. Überall in Deutschland und Österreich brannten die Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden überfallen, demoliert und geplündert. Deutsche Antisemit*innen demütigten, schlugen, vergewaltigten und ermordeten jüdische Menschen. Etwa 30.000 Männer wurden verhaftet und in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen verschleppt.

Die Pogrome stellten eine weitere, entscheidende Radikalisierung der antijüdischen Politik des NS-Regimes dar. Bis dahin hatten die Nazis die jüdische Menschen Schritt fuer Schritt aus der Gesellschaft ausgegrenzt: mit Berufsverboten, Ausschluss aus den Universitaeten, später mit den „Nürnberger Rassegesetzen“ oder der „Arisierung“ jüdischer Unternehmen. Die antisemitische Politik wurde nach den Novemberpogromen immer gewalttaetiger und gipfelte letztlich in dem Versuch, alle jüdischen Menschen in Europas gezielt und umfassend zu vernichten. Bis 1945 hatten die Nazis sechs Millionen von ihnen ermordet.

In Erinnerung an diese Ereignisse wird es am 9. November in Berlin eine Kundgebung und Demonstration geben. Bereits im Vorfeld ist wie üblich eine Mobilisierungszeitung erschienen (Download). Auf der Kundgebung wird die Zeitzeugin Margot Friedlaender (geboren am 5.November 1921) sprechen. Sie wurde als Jüdin verfolgt und ins KZ Theresienstadt deportiert. Sie überlebte den Holocaust und emigrierte 1946 in die USA. 2010 kehrte sie nach Berlin zurueck. Anschließend wird eine antifaschistische Demonstration zum Mahnmal an der Putlitzbrücke (S-Bhf Westhafen) gehen.

Kundgebung und Demo: 9. November 2012 / 17 Uhr / Mahnmal Levetzowstrasse / U-Bhf Hansaplatz & S-Bhf Tiergarten

 

Seit mehr als 2 Jahren, mit dem Beginn der Schuldenkrise, sieht sich die griechische Bevölkerung massiven Angriffen auf ihren Lebensstandard ausgesetzt. In kürzester Zeit wurden massive Einschnitte bei Löhnen und Sozialleistungen, sowie gravierende Steuererhöhungen durchgesetzt. Von Anfang an haben linke und linksradikale auf diesen massiven Angriff mit einem breiten und vielfältigen Widerstand reagiert. Bisher konnten sie die von der Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), Internationalem Währungsfond (IWF) und Europäischer Kommission - unter massgeblichem Einfluss Deutschlands - diktierten und von der griechischen Regierung umgesetzte Politik jedoch nicht brechen.

In diesem Klima erstarkt zunehmend die extreme Rechte. Immer offener werden neofaschistische Positionen in der Öffentlichkeit geäußert und auf die Straße getragen. Bei den letzten Parlamentswahlen im Juni 2012 erreichte die neonazistische Partei Chrysi Avgi fast 7 Prozent der Stimmen. Insgesamt erhielten rechte Parteien über 20% der Stimmen. Auf der Straße gehen Neonazis mit offenem Terror, bis hin zum Mord, gegen Migrant_innen vor.

Der antifaschistische Widerstand sieht sich nicht nur mit der Gewalt der Neonazis sondern auch mit einem Staates konfrontiert, dessen Repressionsorgane traditionell gute Verbindungen zu faschistischen Organisationen pflegen. Dieser geht nicht nur mit einer gigantischen "Säuberungaktion" gegen Flüchtlinge vor, sondern auch mit unmittelbarer Repression gegen die Aktivist*innen. Antifas, AnarchistInnen und Antiautoritäre aus Berlin rufen dazu auf, die von Repression betroffenen griechischen Antifas zu unterstützen.

Erinnern heißt Kämpfen - Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren

Damals ...

„Faschismus tötet! Hier wurde heute Nacht der 27 Jährige Silvio von Nazis ermordet.“ So war es noch am Tag des Mordes an Silvio Meier, am 21.11.1992 zu lesen. Für seine Freund*innen stand der nazistische Hintergrund der Tat von Anfang an fest. Hatten doch seine Begleiter*innen die Angreifer*innen als Nazis erkannt und dies auch von Anfang an so gesagt.

 Anders die Bullen: Trotz eindeutiger Aussagen wurde die Tat nicht nur entpolitisiert, auch wurde versucht einen Freund Silvios noch frisch opperiert im Krankenhaus zu einer Falschaussage zu zwingen. Als sich die Lüge von der „Auseinandersetzung rivalisierender Jugendbanden“ nicht mehr halten ließ, wurde den Linken in Einvernehmen mit dem Mörder die Schuld an dem Geschehen gegeben. So wurde ihnen eine Schreckschusswaffe und das Ziehen der Messer angedichtet. Als sich auch diese Lüge nicht mehr halten ließ, waren natürlich trotzdem die Betroffenen Schuld, die nur „sehr zögerlich“ (Polizei-Vize Dieter Schenk) mit der Polizei gesprochen hätten, außerdem sei das Problem sowieso nur der „Extremismus“. Die Nazi-Bedrohung wurde weiter verharmlost und es blieb den Betroffenen, den Antifas und engagierten Einzelpersonen überlassen, sich dagegen zu wehren.

Braune Dämmerung? Krise und rassistische Mobilisierung in Griechenland. 

Mit dem antifaschistischen Aktivisten und Arbeitsrechtler am Institut der Gewerkschaften, Apostolos Kapsalis aus Athen, soll über das Anwachsen der faschistischen Gefahr in Griechenland und antifaschistische Perspektiven diskutiert werden.

Samstag / 6.10. / 19 Uhr / k-fetisch (Wildenbruchstr. 86) / Weitere Infos ...

Second Generation in the UK

Die Referentinnen Irene Fick und Merylin Moos wurden beide in England als Kinder von Antifaschist_innen geboren, die aus Nazi-Deutschland geflohen waren. In ihrem Vortrag berichten sie über das Schweigen ihrer Eltern und ihre heutige Arbeit in Großbritannien als Angehörige der zweiten Generation. Der Vortrag ist in Englisch und Deutsch, eine individuelle Übersetzung ins Deutsche bzw. Englische ist möglich. Die Veranstaltung dient der Mobilisierung zur antifaschistischen Gedenkdemonstration am 9.November 2012 in Moabit.

Sonntag / 14.10. / 15 Uhr / Kulturfabrik Moabit (Lehrter Str. 35)

Am 21.11.1992 wurde der Antifaschist und Hausbesetzer Silvio Meier von Nazis in Berlin-Friedrichshain ermordet. Seitdem findet jährlich zum Gedenken eine Mahnwache und eine Demonstration statt, an der im letzten Jahr über 5000 Menschen teilnahmen. Immer wieder werden dabei auch aktuelle Themen angesprochen. In diesem Jahr, anlässlich des 20. Todestages, plant ein Bündnis verschiedener linker Gruppen am 24. November eine bundesweite Demonstration unter dem Motto "Erinnern heißt Kämpfen - Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren".

Inhaltlich soll der Fokus in diesem Jahr auf der Mordserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) liegen (Aufruf). Diese stellt den traurigen Höhepunkt der 189 bisher bekannten Todesopfer durch Nazis in der Bundesrepublik seit den 90er Jahren dar. So schockierend diese Qualität nazistischen Mordens ist, umso erschreckender wird sie in Kombination mit den immer neuen Enthüllungen über den organisierten Unwillen von Seiten des Staates. Im Zuge der Aufarbeitung tauchen beinahe wöchentlich neue Enthüllungen, Gerüchte und Dokumente über die Verstrickungen verschiedener Behörden auf.  Was davon nun Zufall war, organisierter Unwille oder gar Kalkül können wir heute noch nicht sagen.

Sicher ist aber: Ein Staatsapparat, der von nicht wenigen Nazis mit aufgebaut wurde, seine Sicherheitsbehörden jahrelang in antikommunistischem Wahn nach Links getrimmt hat, immer wieder mit rassistischer Stimmungsmache kokettiert und dem zu jeder noch so schockierenden Aktion von Nazis nichts als eine noch verlogenere Imagekampagne einfällt, ist Teil des Problems, nicht der Lösung. Heute, wie vor 20 Jahren, es bleibt dabei: Gegen Nazis aller Couleur hilft nur der antifaschistische Selbstschutz. Auf den deutsche Staat samt seiner Behörden ist dabei nicht nur kein Verlass, er gehört schlicht mit auf den Müllhaufen der Geschichte.

Erinnern heißt Kämpfen: Nazis, Staat, Verfassungsschutz - Angreifen, Zerschlagen, Auflösen!

Silvio-Meier-Demonstration: Samstag / 24. November / 15 Uhr / U-Bhf Samariterstraße
Silvio-Meier-Mahnwache: Mittwoch / 21. November / 17 Uhr / U-Bhf. Samariter Straße
Silvio-Meier Solipartys: Samstag / 24. November / 22 Uhr / K9 & Zielona Gora & Schreina47

Weitere Infos: Silvio-Meier-Bündnis / Initiative für ein aktives Gedenken

Während die deutschen Behörden weiterhin in das „sichere Drittland” Serbien abschieben, sind die Lebensbedingungen der dort ansässigen Rom_nja nach wie vor alarmierend. Die Verwehrung von sozialen Leistungen sowie Zwangsräumungen ihrer Siedlungen stehen an der Tagesordnung. Die Ausreise aus dem Land sehen  viele Betroffene als Möglichkeit, ihre gegenwärtigen Lebensbedingungen zu verbessern.

Mit der Einführung des „Weißen Schengens” wurden 2009 die  Reisevorschriften für serbische Staatsbürger_innen gelockert. Seitdem steigt die Zahl der Asylanträge aus Serbien. Doch in der EU sind die sogenannten „falschen Asylanten” unerwünscht. Um  weiterhin die Reisefreiheit genießen zu dürfen, solle Serbien die Zahl  der Asylbewerber_innen verringern. Diese Aufforderung mündet in einen  Generalverdacht gegen Rom_nja. Rassistische Grenzkontrollen, die  Verweigerung der Ausreise und die Kriminalisierung von Abgeschobenen in Serbien sind Konsequenzen dieser Grenzpolitik.

Zwei Aktivistinnen aus Belgrad berichten über den  Zusammenhang von Visapolitik, Abschiebung und der Situation von Rom_nja  in Serbien. Vortrag und Diskussion auf Englisch und Serbisch mit deutscher Übersetzung.

Do. 27.09.2012 | 19.00 | Haus der Demokratie und Menschenrechte | Greifswalderstr. 4 | Berlin

Fr. 28.09.2012 | 19.00 | Gemeindezentrum Zion | Kornstr. 31 | Bremen

Weitere Infos hier und unter solidarnost.blogsport.eu.

Am 12. September, kurz vor seinem 100. Geburtstag, verstarb Erwin Schulz, Moorsoldat und Ehrenvorsitzender des VVN-BdA Köpenick. Er wurde am 13. Oktober 1912 in Tempelhof geboren. 1922 trat er dem Arbeitersportverein „Fichte“ bei. Vereine des Arbeitersports galten als fortschrittlich und antibürgerlich. Fünf Jahre später trat er in die Gewerkschaft, den Zentralverband der Angestellten, ein. Nach der Machtübergabe an Hitler im Januar 1933 wurden oppositionelle Gruppierungen nach und nach verboten, so auch der Arbeitersportverein „Fichte“. 1935 wurde er bei einem illegalen Treffen verraten und verhaftet. Anschließend wurde er wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, weil er unter anderen antinazistische Flugblätter verteilt hatte und die klandestinen Strukturen von "Fichte" aufrecht erhielt. Die Stationen der nächsten zehn Jahre hießen Zuchthaus Luckau, das Lager Esterwegen und das Lager Börgermoor (bekannt durch das Lied der Moorsoldaten). 1942 wurde er in die Strafdivision 999 eingezogen. 1943 konnte er in Tunesien überlaufen. In der britischen und amerikanischen Gefangenschaft  fand er Gleichgesinnte für politische Arbeit. Nach seiner Rückkehr im Oktober 1946 nach Berlin engagierte er sich bis zu seinem Lebensende für den Antifaschismus.

Weitere Informationen: Zeitzeugeninterview mit Erwin Schulz

Kürzlich ist der dritte Teil der Broschüre „Fragt uns, wir sind die Letzten“ erschienen. In ihr werden Erinnerungen von Verfolgten und Menschen aus dem antifaschistischen Widerstand aufzeichnet. Diese Erinnerungen sind ein bedeutendes Gegengewicht zu herrschenden Geschichtsbildern und auch zu denjenigen Zeitzeug_innen, die scheinbar von nichts wussten – vor allem nicht von ihrer eigenen Schuld. Von den Zeitzeug_innen wird nicht erwartet, dass sie uns Geschichte objektiv vermitteln. Den Autor*innen geht es gerade um die individuellen Schlüsse und die Bewertungen, die nur Verfolgte und Menschen aus dem Widerstand vermitteln können. Die Interviews orientieren sich dabei weniger an einem wissenschaftlichen, vermeintlich objektiven Zugang zu Geschichte, sondern vielmehr an einem persönlichen. Wie erlebten Menschen Verfolgung und/oder Widerstand? Welche Erkenntnisse zogen sie daraus? Was waren (und sind) ihre Beweggründe, sich gegen faschistisches Gedankengut einzusetzen?

Weitere Infos findet ihr unter fragtuns.blogsport.de

Wenn Menschen diskriminiert, beschimpft verletzt und umgebracht werden, weil sie Anderen nicht 'deutsch' genug sind, haben wir ein fettes Problem. Und zwar mit denen, die beschimpfen und beleidigen, verletzen und töten.

WAS WAR LOS IN ROSTOCK LICHTENHAGEN?

Neben dem Rostocker Fernbahnhof lag 1992 die Zentrale Aufnahmestelle für Asylsuchende, kurz ZAst gennannt. Im gleichen elfstöckigen Plattenbau wohnten nebenan ehemalige vietnamesische „Vertragsarbeiter_innen“.In den Tagen vor dem Pogrom trafen auch Asylsuchende rumänische Roma ein, denen die Aufnahme verweigert wurde. Fast 400 Menschen waren gezwungen vor dem Haus auszuharren, nicht einmal Toiletten oder Wasser wurde ihnen gestellt. Die Aufnahmestelle, in der nur knapp 300 Betten waren, sollte schon länger in ein anderes, leerstehende Gebäude ziehen, um mehr Platz zu haben. Der Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns, Georg Diederich, verzögerte den geplanten Umzug.