Vor fast genau 70 Jahren, am 2. Februar 1943, kapitulierten in Stalingrad die letzten Reste der 6. Armee der deutschen Wehrmacht. Dieser Sieg wird heute als entscheidender Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg gesehen, der die Befreiung vom Nazismus am 8. Mai 1945 einleitete. Der nötige Blutzoll, dieser erbittert geführten Schlacht, war horrend. Alleine in Stalingrad ließen fast eine halbe Million Soldat*innen der Roten Armee ihr Leben.

Dies ist für uns mehr als Grund genug die Erinnerung an das entschlossene Handeln der sowjetischen Soldat*innen wachzuhalten. Deshalb organisiert das Bündnis, welches die jährliche Siegesfeier zum 9. Mai im Treptower Park veranstaltet, am 2. Februar ein Konzert mit den Band Cosmonautix und Neofarius Orchestra #249. Anschließend wird auf der Aftershowparty mit DJ Interpaul gefeiert.

Siegesfeier: Samstag / 2. Februar 2013 / ab 21 Uhr / Hangar49 (Holzmarktstr. 15-18)

Am 16. Januar 2013 wurde ein Berliner Antifaschist zu einem Jahr und 10 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Wir erinnern uns: Im Februar 2011 hatten es eine breite antifaschistische Mobilisierung zum jährlichen Naziaufmarsch in Dresden abermals geschafft durch Massenblockaden, zivilen Ungehorsam und direkte Aktionen diesen zu verhindern. Seitdem 2010 ist der einst größte und gesellschaftlich weit anschlussfähige Nazi-Aufmarsch in Deutschland auf absteigendem Ast. Nach Ansicht des vorsitzenden Richters und der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte ein "Rädelsführer", der Gegenproteste gewesen sein. Via Megaphon soll er andere Protestierende dazu aufgefordert haben, eine Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Der Durchbruch, zu dem er angestiftet haben soll, war erfolgreich; einige Bullen wurden dabei leicht verletzt.

Beweise gibt es aber keine, die Zuordnung erfolgte einzig und allein über seine Körpergröße. Auch der Vorwurf an sich ist kaum zu halten, mit Hilfe von Gummiparagraphen wurde jedoch trotzdem eine Anklage zusammenkonstruiert (Presseartikel: ND / Taz / JW). Für uns ein erneutes Zeugnis der "besonderen" Verhältnisse in Sachsen. Die sächsische Justiz versucht immer wieder mit allen Mitteln Antifaschismus zu kriminalisieren, anstatt sich auch nur ansatzweise der florierenden Naziszene in Sachsen zu widmen (Erklärungen des VVN-BdA und der Interventionistischen Linken).

Antifaschismus ist notwendig, nicht kriminell - gerade in Sachsen.
Betroffen sind Einzelne, gemeint sind wir alle! Solidarität ist ein Waffe!

Infoveranstaltung & Soligala: Montag / 11. Februar 2013 / 19 Uhr / Festsaal Kreuzberg

Und Dresden 2013? Jetzt erst recht!

Mehr Infos findet ihr unter www.dresden-nazifrei.com und keineruhe.noblogs.org
Bustickets aus Berlin nach Dresden (10 Euro) für den 13. Februar gibt es im Red Stuff (Waldemarstr. 101, Kreuzberg 36).

Ein dreiviertel Jahr saß ein junger Antifaschist wegen des Vorwurfs des fünffachen versuchten Totschlags an Polizeibeamt_innen in Nürnberg in Untersuchungshaft. Nach einem viertägigen Prozess, der ein Paradebeispiel für den Belastungseifer der Behörden darstellte, wurde Deniz zu zweieinhalb Jahren Haft wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Widerstand und Landfriedensbruch verurteilt - eine unverhältnismäßig hohe Strafe und ein herber Schlag für Angehörige, Freunde und Genoss*innen.

Dieser Hergang ist ein erneutes Beispiel für den Repressionswillen des Staates gegen Antifaschist*innen. Während der "NSU" auch in Nürnberg ungestört morden konnte, stecken die dortigen Behörden lieber einen jungen Antifaschisten in den Knast, weil er sich gegen solche Zustände auf die Straße gegangen ist. Betroffen ist Deniz, doch gemeint sind wir alle!

Weitere Infos, Soli-Stuff und das Spendenkonto findet ihr auf der Homepage der Soligruppe.

Seit 1998 finden sich jedes Jahr Neonazis in Magdeburg zusammen, um ihre geschichtsrevisionistische Propaganda anlässlich des Jahrestages der Bombadierung der Stadt auf die Straße zu tragen. Im Schatten des jährlichen Großaufmarsches in Dresden entwickelte sich der „Gedenkmarsch“ zu einem bundesweiten Nazitermin. In den vergangenen Jahren wuchs der Aufmarsch kontinuierlich. Letztes Jahr waren es ca. 1.300 Nazis. In Sachsen-Anhalt, einem Bundesland, welches in weiten Teilen von  provinziellen Nazistrukturen geprägt ist, stellt der Magdeburger „Gedenkmarsch“ den jährlichen Höhepunkt für die regionale Naziszene dar. Grund genug am 12. Januar 2012 nach Magdeburg zu fahren und den Aufmarsch zu verhindern!

In diesem Jahr gibt es neben einer Antifa-Mobilisierung auch ein breites Bündnis, welches zu Massenblockaden aufruft. Bereits einen Tag zuvor wird es eine Vorabenddemo geben.

Infoveranstaltung in Berlin: Montag / 7. Januar 2013 / 19 Uhr / K9

Jedes Jahr finden in Berlin und vielen anderen Städten weltweit zu Silvester Demonstrationen vor Knästen und anderen Zwangsanstalten statt. In diesem Jahr gibt es in Berlin bereits am Nachmittag des 31.12. eine Demonstration zum Frauenknast in Lichtenberg. Am Abend geht es dann wie in den vergangenen Jahren zur JVA Moabit. Wir wollen so nicht nur Solidarität mit den politischen Gefangenen, wie z.B. Deniz K. und Tobi, zeigen, sondern auch unsere allgemeine Ablehnung gegen das System Knast ausdrücken. Die kapitalistische Verwertungslogik und die nationalstaatliche Aufteilung der Welt bewirken, dass immer mehr Menschen nicht mehr in der Lage sind, ihr Leben ohne Konflikte mit den herrschenden Gesetzen zu gestalten. Armut, fehlende soziale Netzwerke und Zeitmangel führen dazu, dass viele ihre Schulden nicht mehr bezahlen können und immer häufiger ihrer Freiheit beraubt werden. In Berlin sitzen allein über 1000 Menschen wegen "Schwarzfahrens" hinter Gittern. Es verwundert nicht, dass hinter den Gefängnismauern hauptsächlich diejenigen zu finden sind, die gesellschaftlich besonders ausgegrenzt sind und ein ungleich höheres Risiko tragen müssen, Diskriminierung und Gewalt zu erleben. So wurde zum Beispiel auf dem Gelände des neuen Berliner Flughafens ein weiterer Abschiebeknast für Flüchtlinge gebaut.

Für uns ist dies Klassenjustiz, die der Aufrechterhaltung des kapitalistischen Systems dient. Aber auch auf anderen Wegen profitieren die Herrschenden von diesem perfiden System. Beinahe unbemerkt verschafften sich einige Bau- und Sicherheitskonzerne in den letzten Jahren Zugriff auf den Justizvollzug und die erzwungene Arbeitskraft von Gefangenen. Es ist zu beobachten, wie in einem schleichenden Prozess die Privatisierung und Industrialisierung von Gefängnissen in der BRD nach dem Vorbild der USA, wo sich bereits eine richtige Knastindustrie herausgebildet hat, voranschreitet.

Wir können diesem perfiden System nicht tatenlos zusehen. Kommt deshalb zahlreich. Möge unsere Leidenschaft für die Freiheit die Mauern zum Einstürzen bringen!

Demo zum Frauenknast: 15.00 Uhr / S/U-Frankfurter Allee,
Demo zur JVA-Moabit: 22.45 Uhr / U-Bhf Turmstrasse

Im Vorfeld finden bereits einige thematische Veranstaltungen in Berlin statt. Weitere Infos dazu und zu den Demos unter silvesterzumknast.nostate.net

Im Rahmen der diesjährigen Silvio-Meier-Demonstration ist eine Broschüre über die Person und das Gedenken an Silvio Meier entstanden. In Form von mehreren Interviews mit Freund*Innen von Silvio Meier, Hintergrundtexten und Originalmaterial von diversen Silvio-Meier-Demos sollen die Hintergründe der Tat, das politische Leben und Handeln von Silvio, sowie die Gedenk-Demonstration näher beleuchtet werden. Dabei handelt es sich selbstverständlich nur um einen kurzen Ausschnitt dieser umfangreichen Thematik. Weitere Materialen finden sich auf der dazugehörigen Sonderseite.

Die enthaltenen Interviews mit drei Freund*Innen von Silvio Meier behandeln dabei das Tun und Wirken Silvio Meiers, die linksradikale Bewegung in Ostberlin, die Situation in Friedrichshain nach 1990 und viele weitere spannendende Themen. In den Hintergrundtexten geht es um die Entwicklung der Demonstration hin zu einer der größten, regelmäßig stattfindenden Demos in Berlin, sowie die anderen Gedenkaktionen in diesem Kontext. Außerdem wird Kritik und Lob an der Demonstration laut.

Unsere eigene Geschichte ist genauso vielfältig und widersprüchlich wie wir selbst. Dieser Zusammenstellung kann daher nur ein unvollständiger Ausschnitt sein. Material ist im Laufe der Jahre verloren gegangen. Erinnerungen und eigene Einschätzungen wurden nie aufgeschrieben und werden viel zu selten weitererzählt. Wir freuen uns daher auf eure Ergänzungen. Schickt uns weiteres Material damit wir unser kollektives Gedächtnis ausbauen können.

Ein Dank geht an alle Menschen die es möglich gemacht haben, diese Broschüre fertig zu stellen. Besonders ist hierbei den Freund*innen von Silvio Meier zu danken, deren Interviews einen unschätzbaren Teil dieser Broschüre darstellen. Sie haben uns Rede und Antwort gestanden und uns viele Stunden Gesprächsmaterial, Arbeit und Zeitzeugnisse und Denkansätze verschafft.

Die Druckversion der Broschüre kann in gut sortierten Info- und Buchläden bezogen werden und steht hier zum Download (PDF, 3.6 MB) bereit.

 

Am 10.11.2012 wollen Neonazis unter dem Motto „Raus aus der EU und Grenzen dicht“ in Frankfurt (Oder) aufmarschieren. Angemeldet wurde dies durch den Kreisverband Märkisch-Oderland der NDP. Bereits in der Vergangenheit betrieb die NPD immer wieder antipolnische, antieuropäische und rassistische Hetze. Hinzu kommt, dass die Nähe zum jährlichen Gedenktag an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 – ein Ereignis, welches eine weitere Stufe der Verfolgung und Ermordung von jüdischen Menschen durch die Nazis darstellte – eine Verhöhnung der Opfer des Naziregimes ist. Um dies zu verhindern, ruft ein Bündnis von Antifaschist*innen zum Verhindern mittels Blockaden auf. Schon im März diesen Jahres wurde ein Aufmarsch der Neonazis so erfolgreich verhindert.

Infoveranstaltung: Samstag / 27. Oktober 2012 / 21 Uhr / Schreina47

Die Gewalt der Pogrome vom 7. bis 13. November 1938 fand am 9. November, der sogenannten Reichspogromnacht, ihren vorlaeufigen Höhepunkt. Überall in Deutschland und Österreich brannten die Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden überfallen, demoliert und geplündert. Deutsche Antisemit*innen demütigten, schlugen, vergewaltigten und ermordeten jüdische Menschen. Etwa 30.000 Männer wurden verhaftet und in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen verschleppt.

Die Pogrome stellten eine weitere, entscheidende Radikalisierung der antijüdischen Politik des NS-Regimes dar. Bis dahin hatten die Nazis die jüdische Menschen Schritt fuer Schritt aus der Gesellschaft ausgegrenzt: mit Berufsverboten, Ausschluss aus den Universitaeten, später mit den „Nürnberger Rassegesetzen“ oder der „Arisierung“ jüdischer Unternehmen. Die antisemitische Politik wurde nach den Novemberpogromen immer gewalttaetiger und gipfelte letztlich in dem Versuch, alle jüdischen Menschen in Europas gezielt und umfassend zu vernichten. Bis 1945 hatten die Nazis sechs Millionen von ihnen ermordet.

In Erinnerung an diese Ereignisse wird es am 9. November in Berlin eine Kundgebung und Demonstration geben. Bereits im Vorfeld ist wie üblich eine Mobilisierungszeitung erschienen (Download). Auf der Kundgebung wird die Zeitzeugin Margot Friedlaender (geboren am 5.November 1921) sprechen. Sie wurde als Jüdin verfolgt und ins KZ Theresienstadt deportiert. Sie überlebte den Holocaust und emigrierte 1946 in die USA. 2010 kehrte sie nach Berlin zurueck. Anschließend wird eine antifaschistische Demonstration zum Mahnmal an der Putlitzbrücke (S-Bhf Westhafen) gehen.

Kundgebung und Demo: 9. November 2012 / 17 Uhr / Mahnmal Levetzowstrasse / U-Bhf Hansaplatz & S-Bhf Tiergarten

 

Seit mehr als 2 Jahren, mit dem Beginn der Schuldenkrise, sieht sich die griechische Bevölkerung massiven Angriffen auf ihren Lebensstandard ausgesetzt. In kürzester Zeit wurden massive Einschnitte bei Löhnen und Sozialleistungen, sowie gravierende Steuererhöhungen durchgesetzt. Von Anfang an haben linke und linksradikale auf diesen massiven Angriff mit einem breiten und vielfältigen Widerstand reagiert. Bisher konnten sie die von der Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), Internationalem Währungsfond (IWF) und Europäischer Kommission - unter massgeblichem Einfluss Deutschlands - diktierten und von der griechischen Regierung umgesetzte Politik jedoch nicht brechen.

In diesem Klima erstarkt zunehmend die extreme Rechte. Immer offener werden neofaschistische Positionen in der Öffentlichkeit geäußert und auf die Straße getragen. Bei den letzten Parlamentswahlen im Juni 2012 erreichte die neonazistische Partei Chrysi Avgi fast 7 Prozent der Stimmen. Insgesamt erhielten rechte Parteien über 20% der Stimmen. Auf der Straße gehen Neonazis mit offenem Terror, bis hin zum Mord, gegen Migrant_innen vor.

Der antifaschistische Widerstand sieht sich nicht nur mit der Gewalt der Neonazis sondern auch mit einem Staates konfrontiert, dessen Repressionsorgane traditionell gute Verbindungen zu faschistischen Organisationen pflegen. Dieser geht nicht nur mit einer gigantischen "Säuberungaktion" gegen Flüchtlinge vor, sondern auch mit unmittelbarer Repression gegen die Aktivist*innen. Antifas, AnarchistInnen und Antiautoritäre aus Berlin rufen dazu auf, die von Repression betroffenen griechischen Antifas zu unterstützen.

Erinnern heißt Kämpfen - Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren

Damals ...

„Faschismus tötet! Hier wurde heute Nacht der 27 Jährige Silvio von Nazis ermordet.“ So war es noch am Tag des Mordes an Silvio Meier, am 21.11.1992 zu lesen. Für seine Freund*innen stand der nazistische Hintergrund der Tat von Anfang an fest. Hatten doch seine Begleiter*innen die Angreifer*innen als Nazis erkannt und dies auch von Anfang an so gesagt.

 Anders die Bullen: Trotz eindeutiger Aussagen wurde die Tat nicht nur entpolitisiert, auch wurde versucht einen Freund Silvios noch frisch opperiert im Krankenhaus zu einer Falschaussage zu zwingen. Als sich die Lüge von der „Auseinandersetzung rivalisierender Jugendbanden“ nicht mehr halten ließ, wurde den Linken in Einvernehmen mit dem Mörder die Schuld an dem Geschehen gegeben. So wurde ihnen eine Schreckschusswaffe und das Ziehen der Messer angedichtet. Als sich auch diese Lüge nicht mehr halten ließ, waren natürlich trotzdem die Betroffenen Schuld, die nur „sehr zögerlich“ (Polizei-Vize Dieter Schenk) mit der Polizei gesprochen hätten, außerdem sei das Problem sowieso nur der „Extremismus“. Die Nazi-Bedrohung wurde weiter verharmlost und es blieb den Betroffenen, den Antifas und engagierten Einzelpersonen überlassen, sich dagegen zu wehren.