Letzten Montag wurden im brandburgischen Kremen drei polnische Erntehelfer von Einwohnern des Ortes angegriffen. Eine Gruppe von Männern machte sie fälschlicherweise für einen am selben Tag verübten Wohnungseinbruch verantwortlich und eröffnete die Jagd auf sie. Die Arbeiter wurden von ihnen gefesselt, verschleppt und geschlagen, so dass sie anschließend im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Mittlerweile haben sich vom Bürgermeister bis zum brandenburgischen Innenminister alle entschuldigt, wenn auch sicher nicht bei den Opfern persönlich. Beklagt wird von ihnen, dass die selbsternannten Ordnungshüter die falschen erwischt haben oder das ihr Aktivismus einenen Verstoß gegen die Rechtsstaatlichkeit darstellt, man will eine Schädigung des Rufs Brandenburgs und der deutsch-polnischen Beziehungen abwenden. Doch das eigentliche Problem wird nicht beim Namen genannt: Rassismus.

Pol*innen sind der deutschen Mehrheitsgesellschaft willkommen wenn es um die Erledigung von Drecksarbeit zu Niedrigstlöhnen geht. Sonst - da sind sich alle einig, egal ob Polizei, NPD oder selbsternannte Ordnungshüter - gelten sie vor allem als kriminell. Mit Polizeistatistiken, die suggerieren, dass Einbrüche in Berlin und Brandenburg generell auf das Konto polnischer Banden gehen würden, wird das rassistische Stereotyp auch in der aktuellen Berichterstattung reproduziert.

Wir sagen: No way! Schluss mit dem rassistischen Bürgermob! Solidarität mit den Betroffenen!

Deshalb auf zur Bustour nach Kremmen. Los geht's am 21. Mai um 15 Uhr am Oranienplatz/Kreuzberg. Um Spenden wird gebeten. Bitte meldet euch vorher mit der Anzahl an benötigten Plätzen bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mehr als drei Jahre nach Beginn der Krise sind die verheerenden Folgen durch die Massenarmut in Südeuropa mehr als offensichtlich. Aber auch hierzulande geht die kapitalistische Krise mit Verschuldung, Verdrängung und Armutslöhnen, von denen kaum jemand existieren kann, einher. Dies ist die Folge einer neoliberalen Politik, die auf Grund zunehmender Konkurrenz zwischen Unternehmen und Standorten in allen Industriestaaten die Märkte umfassend dereguliert hat. Soziale Sicherheiten wurden gestrichen, öffentliche Güter privatisiert, die Rechte von Lohnabhängigen beschnitten und soziale Kontrollen verschärft.

Diesem zur Normalität gewordenen Wahnsinn muss eine Absage erteilt und Widerstand geleistet werden. Deshalb rufen wir zur Beteiligung an den Blockupy-Aktionstagen vom 30. Mai bis zum 1. Juni in Frankfurt am Main auf. Mit einer Blockade vor der EZB am 31. Mai soll zumindest für einen Tag deren reibungsloser Ablauf gestört werden. Im Anschluss ist eine antirassistische Aktion am Frankfurter Flughafen geplant, von dem aus die meisten "Abschiebungen" in Deutschland erfolgen. Für den 1. Juni ist dann eine Großdemonstration gegen das Krisenregime geplant. Die Interventionistische Linke und das Bündnis "ums Ganze!" organisieren dort gemeinsam einen antikapitalistischen Block.

Von Berlin werden Busse nach Frankfurt fahren. Karten bekommt ihr im "Red Stuff" (Waldemarstr. 110) und in der "
Schwarzen Risse" (Gneisenaustr. 2a). Vor Ort wird ein Camp als Schlafmöglichkeit organisiert.

Vor 25 Jahren, zum 1. Mai 1988 erschien die erste Ausgabe der Interim. Die Macher*innen versuchen mit der Zeitschrift "an die neuen Strömungen der radikalen undogmetischen Berliner Linken anzuknüpfen und gleichzeitig zwei Lücken zu schließen: ein fehlendes Berliner Info der undogmatischen Linken und der politische Abgang der taz." Die Zeitung soll dabei nicht Leute agitieren, sondern Medium für den eigenen Austausch, die eigenen Debatten sein. "Um der Lebendigkeit der Äuseinandersetzungen gerecht zu werden", soll sie wöchentlich erscheinen. Sie erklären unmissverständlich keinen Bock darauf zu haben, "die neuste Dienstleitung der radikalen Linken" zu sein: Deswegen werden wir ein Minimum an Arbeit reinstecken. Wir schreiben keine Artikel, dass Layout geht uns einen Scheißdreck an. Inhalte wollen wir schon gar nicht bestimmen." Abgedruckt wird, was von der Szene kommt. (Editorial in der erster Ausgabe)

Am 24. Mai 2013 jährt sich die Ermordung von Dieter Eich zum 13. Mal. Dieter Eich wurde von mehreren Neonazis in seiner Wohnung zu Tode gequält. Lange Zeit bemühten sich die Medien den Hintergrund der Tat zu verschweigen. In Gedenken an Dieter Eich und gegen bestehende Nazistrukturen in Buch findet deshalb am 24. Mai eine Demonstration statt. Die Demonstration wird seit einigen Jahren von Antifa-Gruppen aus dem Nordosten Berlins organisiert. Der Stadtteil Buch steht derzeit ohnehin auf Grund seines Naziproblems im Fokus.

Seit einigen Monaten versucht eine kleine Gruppe Neonazis die Gegend für sich zu beanspruchen. Neben dem  Versuch eine Spontandemonstration durchzuführen kommt es in diesem Zusammenhang regelmäßig in der Nähe vom S-Bhf. Buch zu Sachbeschädigungen und nazistischen Schmierereien. Für diese Aktivitäten erklärte sich eine Gruppe unter dem Label „AG-Buch“  verantwortlich.  Aus diesem Grund fand bereits im März ein Putzspaziergang in der Region statt. Diese pflegen auch Kontakte zu den Nazis um Sebastian Schmidtke vom Nazinetzwerk NW-Berlin und der NPD.

Antifa-Demo: Freitag / 24. Mai 2013 / 18 Uhr / S-Bahnhof Buch / Weitere Infos

Auch in diesem Jahr findet in Berlin wieder eine revolutionäre Demonstration am 1. Mai statt. Zentrale Themen sind die Krise und der Imperialismus des deutschen Kapitals. Dieser todbringende Kapitalismus lässt sich mehr als 3 Jahre nach Beginn der Krise vor allem in den Ländern Südeuropas am deutlichsten erkennen. Hunger und Elend sind keine Seltenheit mehr, Menschen sterben auf Grund mangelnder Gesundheitsfürsorge und verlieren ihre Unterkunft in Folge von Zwangsräumungen. Lasst uns am 1. Mai gegen diese Zustände auf die Straße gehen. Die Demo beginnt um 18 Uhr am Kreuzberger Spreewaldplatz und soll anschließend nach Mitte ziehen.

Im vergangenen Jahr verhinderte die Polizei mittels eines martialischen Aufgebots, dass die Demonstration, an der sich über 25.000 Menschen beteiligten, in das Regierungsviertel ziehen konnte. Gezielte Übergriffe der Polizei sorgten dafür, dass die Demo nicht ins Zentrum der Stadt laufen konnte. Dennoch kam es am Rande der Demo immer wieder zu direkten Aktionen. Später wurde behauptet, dass am Rande der Demo eine Rohrbombe gefunden wurde. Diese gezielte Hetze entpuppte sich später als Medienente.

In diesem Jahr wird es auch einen autonomen Block und einen Blockupy-Block auf der Demo geben. Vormittags wird erneut zu einem klassenkämpferischen Block auf der traditionellen Gewerkschaftsdemonstration aufgerufen. In Kreuzberg ist außerdem wieder das Barrio Antifascista geplant.

Krise lösen heißt Kapitalismus überwinden – Für die klassenlose Gesellschaft – Für die soziale Revolution weltweit!

Demonstration: 1. Mai 2013 / 18 Uhr / Spreewaldplatz (U-Bhf. Görlitzer Bahnhof)

In der Walpurgisnacht finden erneut zahlreiche Aktionen statt. Neben einer Demonstration mit einem anschließenden Konzert in Berlin-Schöneweide um 17 Uhr ist auch in Berlin-Wedding eine Demonstration und ein Konzert geplant. Im vergangenen Jahr sperrten die Bullen aus Angst vor Riots den gesamten Bezirk ab. Der Bezirk Wedding erfreut sich bei jungen Leuten und Studierenden zunehmender Beliebtheit. Der Kampf um die Kommerzialisierung der Stadtteile im Bezirk hat somit längst begonnen. Die Demonstration wird von linken und antikapitalistischen Gruppen organisiert. Bis vor einigen Jahren konzentrierten sich die Aktionen zur Walpurgisnacht noch auf Friedrichshain oder Prenzlauer Berg. Im Vorfeld der diesjährigen antikapitalistischen Walpurgisnacht finden noch weitere Aktionen statt.

Die Demonstration in Schöneweide wird vom Bündnis „Gemeinsam gegen Nazis“ organisiert und zieht anschließend durch den Kiez rund um den S-Bahnhof Schöneweide. Diese Gegend beanspruchen einige organisiere Nazis für sich. Sie verfügen in der Region über zahlreiche Locations und Strukturen. Zahlreiche Übergriffe und Sachbeschädigungen ereigneten sich seitdem. Eine erfreuliche Nachricht konnte jedoch schon im Vorfeld der Demonstration vermeldet werden: Mittlerweile hat nämlich die F&M Mietgesellschaft dem Henker und den darüberliegenden Naziwohnungen fristlos gekündigt. Es wird allerdings mit einem langen Rechtsstreit gerechnet.

Feministische Antifa oder Frauen-Antifa Gruppen entstanden in den frühen 1990er Jahren, meist als Reaktion auf einen fortgesetzten Sexismus in männlich dominierten Antifa-Zusammenhängen. Heute gibt es nur noch wenige solcher Fantifa-Gruppen und auch in der antifaschistischen „Geschichtsschreibung“ spielen sie kaum eine Rolle. Das Buch „Fantifa. Feministische Perspektiven antifaschistischer Politik“ will das ändern. Es geht den Spuren nach, lässt Aktivistinnen zu Wort kommen, beleuchtet aktuelle feministische Antifa-Arbeit, erläutert inhaltliche Schwerpunkte, fragt nach, was aus Fantifa-Gruppen wurde, eröffnet einen Blick auf die Möglichkeiten männlicher antisexistischer Handlungsräume und diskutiert die fortgesetzte Notwendigkeit feministischer Perspektiven in antifaschistischer Politik.

Interviews mit Aktivistinnen werden ausführlich durch das Herausgeber_innenkollektiv eingeführt und durch Originaldokumente illustriert. Die vergangenen und aktuellen Debatten um Feminismus, Antisexismus und Antifaschismus sollen so zusammengebracht werden. Das Buch richtet sich an Aktivist_innen, Einsteiger_innen und Interessierte. Ihr könnt das Buch entweder direkt bei edition assemblage oder bei der Buchhandlung bzw. dem Infoladen eures Vertrauens bestellen.

Kürzlich wurde erneute eine Ausgabe der Berlin-Brandenburger Antifa-Recherche-Publikation "Fight Back" veröffentlicht. Nun gibt es sie auch online und kann auch hier (PDF, 10 MB) heruntergeladen werden. Die Fight Back portraitiert seit 2001 die Neonaziszene und rechte Aktivitäten und Entwicklungen - zu Beginn nur in Form einiger Spotlights aus Berlin, gibt die mittlerweile fünfte Ausgabe auf über hundert Seiten, mit über 850 Namen und über 700 Fotos einen guten Überblick über die Region Berlin-Brandenburg. Neben Bezirks- und Regionalberichten wird auf einzelne Gruppierungen, Aktions- und Themenschwerpunkte detailierter eingegangen. Darüberhinaus werden notorische, wie auch unbekanntere Lokalitäten und Personen der Szene vorgestellt – letztere erstmalig in einem übersichtlichen Personenlexikon.

In einem Redaktionstext stellt sich das Projekt einem Rückblick und reißt ein paar Fragen an: Was hat die Fight Back in den letzten Jahren erreicht? Trägt Recherchearbeit tatsächlich dazu bei, den Nazismus real einzuschränken? Wurden die Erkenntnisse konsequent in die Praxis umgesetzt? Was sind aktuelle Fragen und Probleme linksradikaler antifaschistischer Praxis? Als Motivation geben die Macher*innen an, dass es ihnen darum geht, "den größtmöglichen Druck auf die Neonaziszene und auf jeden Einzelnen von ihnen auszuüben. Der Name dieses Projekts ist schon immer wörtlich gemeint."

Weitere Infos und Kontaktmöglichkeit unter www.antifa-berlin.info/recherche

Vor nun fast 68 Jahren befreiten die Alliierten Europa von der faschistischen Barbarei. Mehrere Millionen Menschen mussten dafür ihr Leben lassen. Deutschland hatte zuvor einen Vernichtungskrieg angezettelt, mit dem die nazistische Ideologie der Ungleichheit und Unterdrückung militärisch in Europa  durchgesetzt werden sollte. Millionen Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Kommunist*innen, Homosexuelle wurden in deutschen Konzentrationslagern systematisch vernichtet. Die Kapitulation Nazideutschlands am 8. Mai 1945 bedeutete somit für zahlreiche Menschen die Befreiung und Rettung vor dem sicheren Tod. All jene, die sich der Herrschaft Nazideutschlands in den Weg stellten, zahlten einen hohen Preis und nicht wenige verloren in diesem Kampf ihr Leben. Ob Mitgleider von Widerstandsgruppen, Spanienkämpfer*innen, Partisan*innen oder Soldat*innen der Allierten - sie alle waren an der Niederschlagung des Nazismus beteiligt.

Die Sowjetunion trug im Kampf gegen Nazideutschland die Hauptlast. Sie hatte den entscheidenden Anteil am Sieg, da die Ostfront die Hauptfront des Zweiten Weltkrieges war. Lange bevor endlich die zweite Front eröffnet wurde, hatten sowjetische Soldat*innen den Feind vor Moskau gestoppt, in Stalingrad und im Kursker Bogen die Wende des Krieges erzwungen. Da in  der Sowjetunion der 9. Mai als Tag des Sieges über den Nazismus zum Feiertag erklärt wurde, wollen wir auch in Berlin an diesem Tag die Befreiung vom Nazismus feiern. Aus diesem Grund wird es wieder ein Fest am sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park geben. Neben Reden von Zeitzeug*innen, Führungen zum Ehrenmal und russischer Küche gibt es außerdem wieder ein buntes Kulturprogramm. Das Vorbereitungsbündnis hat im Vorfeld auch eine Broschüre herausgegeben,

Fest: 9. Mai 2013 / ab 11 Uhr / Treptower Park / Parkplatz am Rosengarten unweit des sowjetischen Ehrenmals

Das BAIZ, eine seit ca. 10 Jahren existierende kneipenkulturelle Institution in Berlin Prenzlauer Berg, ist in seiner Existenz bedroht. Ohne Wissen der Betreiber und der angrenzenden Mieter wurde das Haus vom alten Besitzer an die Zelos Properties GmbH verkauft. Diese Firma taucht auch im Zusammenhang mit dem letztjährigen Berliner Schrottimmobilienskandal auf. So ist der neue Eigentümer an einem Fortbestehen dieser kulturellen und progressiven Kneipe nicht interessiert und will lieber eine Büronutzung mit einer absehbaren Mietsteigerung. Die ansässigen Mietparteien sehen einer Mietsteigerung von bis zu 300% ins Auge, die u.a. mit dem Einbau eines Fahrtuhls begründet wird, obwohl dieser für die drei Etagen nur auf der halben Treppe halten könnte. Außerdem soll ihnen auch noch einige Balkone "spendiert" werden. Die angrenzende Torstraße ist auch den meisten Menschen im Kiez nichtz gerade für ihren ruhigen Verkehr und die gesunde Luft bekannt. Wir fordern den Erhalt der BAIZ und das Verbleiben der ansässigen Mieter! Wir erklären uns solidarisch mit den Betreiber*innenkolektiv und allen Nutzer*innen dieses einzigartigen Ortes im Prenzlauer Berg!

Update: Ihr könnt nun eine Petition zum Erhalt des BAIZ unterzeichnen.