Kürzlich ist der vierte Teil der Broschüre „Fragt uns, wir sind die Letzten“ erschienen. In ihr werden Erinnerungen von Verfolgten und Menschen aus dem antifaschistischen Widerstand aufzeichnet. Diese Erinnerungen sind ein bedeutendes Gegengewicht zu herrschenden Geschichtsbildern und auch zu denjenigen Zeitzeug_innen, die scheinbar von nichts wussten – vor allem nicht von ihrer eigenen Schuld. Von den Zeitzeug_innen wird nicht erwartet, dass sie uns Geschichte objektiv vermitteln. Den Autor*innen geht es gerade um die individuellen Schlüsse und die Bewertungen, die nur Verfolgte und Menschen aus dem Widerstand vermitteln können. Die Interviews orientieren sich dabei weniger an einem wissenschaftlichen, vermeintlich objektiven Zugang zu Geschichte, sondern vielmehr an einem persönlichen. Wie erlebten Menschen Verfolgung und/oder Widerstand? Welche Erkenntnisse zogen sie daraus? Was waren (und sind) ihre Beweggründe, sich gegen faschistisches Gedankengut einzusetzen?

Weitere Infos findet ihr unter fragtuns.blogsport.de

Für den 21. September 2013, den Tag vor der Bundestagswahl, mobilisiert der Bundesverband Lebensrecht (BVL) wieder zu einem „Marsch für das Leben“ in Berlin. Damit will er für ein generelles Verbot von Abtreibungen demonstrieren und etikettiert dies als „Lebensschutz“. Die Gruppen und Organisationen, die sich an diesem „Marsch“ beteiligen, betrachten jeden Schwangerschaftsabbruch als „vorgeburtliche Kindstötung“, die verboten und bestraft gehöre. Sie sprechen damit allen Menschen, die schwanger werden können, das Recht ab, über ihr Leben und ihren Körper selbst zu bestimmen.

Wie in den vergangenen Jahren wollen wir sie nicht ungestört demonstrieren lassen! Ein Bündnis mobilisiert deshalb zu lauten und kreativen Gegenaktionen! Im Vorfeld finden außerdem auch wieder diverse inhaltliche Veranstaltungen statt.

Gegenaktionen: Samstag / 21. September 2013 / ab 13 Uhr / Vor dem Bundeskanzler*innenamt

 

Der Tag der Erinnerung und Mahnung gehört zu den regelmäßigen Veranstaltungen in Berlin, die das Gedenken an die Opfer des Nazismus und die Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen um Rassismus und Nazis verbinden. Neben einer Gedenkkundgebung und einem antifaschistischen Fahrradkorso erwartet die Besucher*innen ein vielfältiges Kulturangebot mit viel Musik, Gespräche mit Zeitzeugen, sowie Ausstellungen. Genaueres findet ihr im Programm.

Besonders ans Herz legen möchten wir euch eine Veranstaltung mit dem jüdischen Widerstandskämpfer und Aufständischen im Vernichtungslager Sobibor, Philip Bialowitz. Anlass ist der 70. Jahrestag bewaffneter Aufstände in den Vernichtungslagern Sobibor, Treblinka und im Warschauer Ghetto.

Tag der Erinnerung und Mahnung: Sonntag / 8. September 2013 / 13 bis 18 Uhr / Tempelhofer Feld

Am Montag, den 19. August 2013, haben die ersten Geflüchteten die Unterbringung in der Carola-Neher-Str. in Berlin-Hellersdorf bezogen. Wie zuvor befürchtet war, hat sich ein rassistischer Mob aus Anwohner*innen und organisierten Neonazis zusammengefunden. Es wurden rassistische Parolen gebrüllt, der "Hitler-Gruß" gezeigt und versuchte Angriffe auf Antifas zu unternehmen. Im Laufe des Abends versammelten sich mehrere hundert Menschen zum Teil bis in die späte Nacht hinein, um ihre Solidarität zu zeigen. Mehrere Rechte wurden teils militant vertrieben.

In den folgenden Tagen versuchten NPD und Pro Deutschland mit Kundgebungen vor Ort die Stimmung für sich zu nutzen und weiter anzuheißen. Auch wenn sich viele Menschen den Gegenprotesten anschlossen, so ist die Lage weiterhin angespannt.

Aktuelle Infos im Ticker und auf der Homepage des Antirassistischen Infoportals Mahrzahn-Hellersdorf. Außerdem gibt es mittlerweile einen Spendenaufruf und eine Chronik.

Am 17. August soll im brandenburgischen Finowfurt (Landkreis Barnim) ein Rechtsrockkonzert stattfinden, bei dem wieder hunderte Nazis erwartet werden. Dort befindet sich seit mittlerweile sechs Jahren das Grundstück der Familie Mann, welches als Veranstaltungsort für Rechtsrockkonzerte sowie für Festveranstaltungen dient, wie das DVU- und NPD- Sommerfest, den NPD-”Preußentag” und zuletzt für ein Fest der Partei “Die Rechte” Brandenburg. Das Gelände ist seit Jahren zum wichtigsten Ort für die rechte Szene in Berlin und Brandenburg geworden. Es bedarf endlich eines deutlichen Signals! Am 17. August soll die Bremer Band “Kategorie C” und “Hungrige Wölfe” auftreten. Die Band ist in den letzten Jahren zu einer auch über das Nazispektrum hinaus bekannten und beliebten Band geworden.

Erneut will ein breites Bündnis aus antifaschistischen Initiativen, Vereinen und Gewerkschaften, wie schon im Mai, auf die Straße gehen. Die ersten Erfolge unserer Aktionen sind erkennbar. Es kommen immer weniger Nazis zu den Konzerten und der Druck auf Klaus Mann steigt von allen Seiten. Jetzt müssen wir weiter machen und deutlich zeigen, dass Nazis in Finowfurt nicht erwünscht sind.

Mehr Infos unter Antifa Bernau und www.finowfurt-nazifrei.tk

Update: Das Konzert wurde mittlerweile abgesagt.

Dieses Jahr wird zum ersten Mal ein offener linker Jugendkongress in Berlin organisiert. Stattfinden wird er vom 23. bis zum 25. August im KuBiZ Raoul Wallenberg in Berlin-Weißensee. Die Palette an Themen ist breit gefächert. Neben den großen Fragen um Krieg, Krise und Kapitalismus geht es auch im die Probleme des Alltags. Zum Beispiel was tun gegen gegen Nazis, Rassismus und Sexismus? Das sind nur ein paar der Sachen, die diskutiert werden sollen. Alle Menschen, egal wie viel Vorwissen und Plan sie haben, sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen, sich zu informieren, vernetzen oder einfach nur mit netten Leuten abzuhängen.

Weitere Infos unter jukoberlin.blogsport.de

Die Geburtstunde der deutschen Sozialdemokratie jährt sich in diesem Jahr zum 150 Mal. Gegründet in einer Leipziger Kneipe, entwickelte sich die SPD von einer Splitterpartei zur regierungsfähigen Volkspartei. Sie war immer die Stimme der arbeitenden deutschen Bevölkerung. 150 Jahre SPD, das sind 150 Jahre ungebrochene Erfolgsgeschichte – Von der Kneipe ins Parlament, aus dem Untergrund in die Ministerien! Es war ein langer Weg vom Sozialismus zur Sozialen Marktwirtschaft neoliberaler Prägung, doch er wurde erfolgreich gemeistert.

Mit der Niederschlagung der Novemberrevolution 1918 wurde frühzeitig bewiesen, dass die SPD für eine Law-and-Order-Politik ohne Kompromisse steht. Doch auch gegen Bedrohungen von außen weiß die SPD Abhilfe. Sei es das Engagement für den Ersten Weltkrieg oder die humanitären Einsätze im Kosovo und Afghanistan - deutsche Interessen werden auch am Hindukusch verteidigt. Und damit es sich Hungerleidende und Kriegssimulanten aus aller Welt nicht hier in der sozialen Hängematte bequem machen, wurde 1993 mit den Stimmen der SPD das Asylrecht nachhaltig geändert. Spätestens mit der Agenda 2010 und Hartz IV wurde ein deutliches Signal an das arbeitsferne Gesindel gesandt: Die deutschen Sozialsysteme sind kein Selbstbedienungsladen! Dank der SPD bekommt hier aber jeder einen Job, so lange er sich ordentlich rasiert und wäscht.

Lasst uns darum am 17. August für die deutsche Sozialdemokratie jubelnd durch die Stadt ziehen und anschließend im Herzen Berlins die beste Party des Jahres feiern.

Jubel-Demo: 17. August 2013 / 14.00 Uhr / Mauerpark / Mehr Infos: 150-jahre-spd.net

Danach: Offizielles SPD-Fest am Brandenburger Tor mit Angela Merkel, Joachim Gauck, Peer Steinbrück uvm. Mit Live-Musik von Sammy Deluxe, Die Prinzen und Nena.

Seit Freitag, dem 12. Juli 2013, befindet sich die Mehrzahl der Insassen im Abschiebegefängnis in Eisenhüttenstadt im Hungerstreik. Sie protestieren auf diese Weise gegen die unhaltbaren Zustände im Abschiebeknast. Die im Hungerstreik befindlichen Flüchtlinge fordern die Aufhebung der Haft, die Aufhebung aller Abschiebebescheide, fairen Zugang zu einem Asylverfahren, freien Zugang zu externer, unabhängiger medizinischer und psychotraumatischer Versorgung,freien und kostenlosen Rechtsschutz und Zugang zu unabhängigen Dolmetscher*innen. Anlass für den Streik ist ein erneuter Suizidversuch am 10. Juli. Der 21-jährige Gigi Grigalashvili fügte sich schwere Schnittverletzungen zu.

Infos dazu gibt es unter http://lagerwatcheisen.blogsport.de

Antifaschismus und die Errungenschaften der jugoslawischen Partisan*innen bestimmten für fast ein halbes Jahrhundert Geschichte, Bildung und Kultur Jugoslawiens. Nach Titos Tod 1980 und dem Zusammenbruch der jugoslawischen Föderation verbreitete sich ein offener Nationalismus in allen jugoslawischen Republiken. Damit wurde Tür und Tor für die Revision der Geschichte und geöffnet: der Gründungsgedanke der Staates „bratstvo i jedinstvo“ (Brüderlichkeit und Einheit) wurde ebenso angezweifelt, wie die Geschichtsinterpretation des Zweiten Weltkrieg. Täter wurden zu Opfer stilisiert und die Erfolge des gemeinsamen Kampfes in Frage gestellt.

Unter dem Motto "Freiheit statt Angst" ruft ein breites Bündnis für den 7. September 2013 zu einer Demonstration für Bürger*innenrechte, Datenschutz und ein freies Internet auf. Gerade die jüngsten Ereignisse machen ein deutliches Zeichen gegen Überwachung und die zunehmende Einschränkung von Grundrechten notwendig. Zu nennen sind dabei die Enthüllungen über die umfassende Ausspähung des Internets durch die westlichen Geheimdienste, die gerade verabschiedete Bestandsdatenauskunft, sowie das harte Vorgehen gegen Whistleblower wie Bradley Manning und Edward Snowden. Aber auch auf der Straße trifft uns zunehmende Kriminalisierung und repressives Vorgehen, wie die Geschehnisse bei den Blockupy-Aktionstagen zeigen. Die Lehre daraus kann nur sein, dass verfassungsmäßig garantierte Freiheits- und Bürger*innenrechte für die Herrschenden nicht bindend sind und immer wieder neu verteidigt werden müssen. Lasst uns deshalb für eine freie Gesellschaft auf die Straße gehen.

Demonstration: Samstag / 7. September 2013 / 13.00 Uhr / Potsdamer Platz