Der Begriff der „Klasse“ hat eine lange und dramatische Geschichte. Anfangs mit revolutionären Hoffnungen verbunden, erfährt er im Zuge jahrzehntelanger linker Theoriedebatte und Praxis Verschiebungen, Erweiterungen oder vernichtende Kritiken. Doch spätestens seit dem offenen Ausbruch der Finanzkrise 2008, der Rückkehr des Politischen in Gestalt weltweiter Massenproteste seit 2011 und dem Ende des „Endes der Geschichte“ ist es offensichtlich, dass der Begriff der Klasse für eine radikale Linke unverzichtbar ist. Die siebte Marx-Herbstschule möchte daher den 24. bis 26.Oktober 2014 in Berlin dafür nutzen, in verschiedenen Ag's und Podiumsdiskussionen den schillernden marx'schen Klassenbegriff zu verstehen, beispielsweise postkoloniale und feministische Kritiken daran zu diskutieren und diesen auf seine Aktualität für eine antikapitalistische Theorie und Praxis im Hier und Jetzt zu befragen.
   
Programm, Reader und Anmeldung findet Ihr unter: marxherbstschule.net

Am 16.10.2014 wird vor dem Schöffengericht die Anklage gegen den Geschäftsführer der Berliner VVN-BdA, Markus Tervooren, verhandelt. Ihm wird in Zusammenhang mit den erfolgreichen Antinaziblockaden 2011 in mehreren Fällen besonders schwerer Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und die Störung einer Versammlung vorgeworfen. "Tatwaffen" sollen ein Megaphon und eine Fahne der Verfolgten des Naziregimes, die hochgehalten wurde, sein. Dem Angeklagten droht eine Freiheitsstrafe von über zwei Jahren.

Anfang Juli 2014 wurde in Venezuela der Internationalist Bernhard Heidbreder festgenommen. Er sitzt in der Hauptstadt Caracas in Polizeihaft. Deutsche Behörden haben seine Auslieferung beantragt, weil gegen ihn in der BRD ermittelt wird. Bernhard wird vorgeworfen zusammen mit zwei Männern vor fast 20 Jahren in einer militanten Gruppe der Linken, dem K.O.M.I.T.E.E., aktiv gewesen zu sein. Diese Gruppe hat 1994 einen Brandanschlag auf ein Gebäude der Bundeswehr verübt. Außerdem hat sie 1995 einen Anschlag auf ein im Umbau befindliches Abschiebegefängnis geplant. Sollte Bernhard nach Deutschland ausgeliefert werden, droht ihm aufgrund dieser Vorwürfe eine hohe Gefängnisstrafe. Mehr Infos gibt es unter http://dageblieben.net

Solidarität mit Bernhard! Keine Auslieferung nach Deutschland!

Der offene linke Jugendkongress (Juko) findet in diesem Jahr erneut vom 3. - 5. Oktober statt. Er rich­tet sich an alle Schü­ler*in­nen und Stu­dis, die Lust haben sich aus­zu­tau­schen, zu ver­net­zen, sich einen Frei­raum zu schaf­fen und po­li­tisch wei­ter­zu­bil­den, egal, wie­viel Skills und Wis­sen ihr schon so habt.
 Neben Work­shops zu The­men wie Krise, Ka­pi­ta­lis­mus­kri­tik, Queer­fe­mi­nis­mus und An­ti­fa, Bar­rie­re­frei­heit und Öko­lo­gie etc. soll es auch ein gro­ßes, bun­tes Kul­tur­an­ge­bot mit Musik, Thea­ter, Street Art und gutem Essen geben.
 Die Teilnahme ist kostenlos. Mehr Infos gibt es unter jukoberlin.blogsport.de.

Am 1. Mai 2013 wollten Nazis nicht nur in Berlin sondern auch in Frankfurt (Main) aufmarschieren. Unter anderem mittels Blockaden der Gleise konnte in Frankfurt bereits die Anreise der Nazis verhindert werden. Als Reaktion schickten die Bullen 1.000 Blockierer_innen Bußgeldbescheide. Über 100 Menschen weigerten sich die Bußgelder zu bezahlen. Am 13. August beginnen in Frankfurt und am 20. August in Potsdam die Prozesse. Um die angeklagten Frankfurter Genoss_innen nicht in Potsdam mit ihren Prozessen allein zu lasse, gibt es am 20. August um 12 Uhr eine Solikundgebung vor dem Amtsgericht Potsdam mit anschließendem Prozessbesuch.

Für den 20. September 2014 mobilisiert der Bundesverband Lebensrecht (BvL) wieder zu einem »Marsch für das Leben« in Berlin. Damit will er für ein generelles Verbot von Schwangerschafts-Abbrüchen demonstrieren und etikettiert dies als »Lebensschutz«. Wie in den vergangenen Jahren wollen wir die Abtreibungs-Gegner*innen nicht ungestört ihre antifeministischen Positionen verbreiten lassen! Wir werden für körperliche Selbstbestimmung demonstrieren und anschließend den »Marsch« blockieren!

Die am »Marsch« beteiligten Gruppen betrachten jeden Schwangerschaftsabbruch als »vorgeburtliche Kindstötung«, die verboten und bestraft gehöre. Sie sprechen damit allen Menschen, die schwanger werden können, dementsprechend vor allem Frauen, Lesben, Trans* und Inter*-Menschen somit das Recht ab, über ihr Leben und ihren Körper selbst zu bestimmen. Die meisten der Abtreibungs-Gegner_innen sind christliche Fundamentalist_innen. Sie kämpfen für eine Gesellschaft, die auf der bürgerlichen Kleinfamilie, Zweigeschlechtlichkeit, Trans*feindlichkeit, einer strengen Sexualmoral, Verbot von Homosexualität und auf »Schicksals«- und Obrigkeitsergebenheit beruht. Sie können sich hierbei einer wachsenden gesellschaftlichen Akzeptanz sicher sein. So stieg die Zahl der Teilnehmer_innen des Berliner »Marsches« von 2008 bis 2013 von 1000 auf über 4.000 an. Aber auch der aktuelle europäische Rechtsruck drückt sich in einer verstärkten Agitation gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche aus. So lief beispielsweise Beatrix von Storch der »Alternative für Deutschland« 2013 beim »Marsch« in der ersten Reihe

Anders als oft angenommen, gilt eine Abtreibung auch in Deutschland gemäß §218 StGB als Straftat, die nur unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. Zwangsberatung) straffrei bleibt, was eine staatlich institutionalisierte Entmündigung von flti* bedeutet. Der eigentliche Grund für einen Abbruch sind jedoch häufig »Schädigungen« des Fötus, was vielmehr die Missstände der gegenwärtigen ableistischen (behindertenfeindlichen) bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft aufzeigt, welche es zu bekämpfen gilt. Ausgeblendet wird auch, dass weltweit jährlich mehrere zehntausend flti* an nicht korrekt durchgeführten – weil illegalisierten – Abtreibungen sterben.

Demo: Samstag | 20. September | 11.30 Uhr | U-Bhf. Kochstraße (U6 / M29)
Danach: Kreativer Protest gegen den “Marsch für das Leben” (ab 13 Uhr / Willy-Brandt-Straße)
Weitere Infos: whatthefuck.noblogs.org

Am 21. Juli wird der nächste Prozesstag gegen Josef stattfinden. Josef sitz seit dem 24. Januar 2014 in Wien in Untersuchungshaft. Er hatte am selben Tag gemeinsam mit 8.000 Antifaschist*innen gegen den Akademikerball, ein von der rechtspopulistischen österreichischen Partei FPÖ organisiertes Treffen der rechtsradikalen Elite Europas protestiert. Im Rahmen der Proteste gegen den Akademikerball kam es zu kleineren Riots in der Wiener Innenstadt, die komplett von Bullen belagert und zu einem Gefahrengebiet erklärt worden war, was jegliche Form von Protest in der Nähe des Balls unmöglich machen sollte.

Kundgebung vor der österreichischen Botschaft: 21. Juli / 18.00 Uhr / Karl-Liebknecht-Denkmal beim Potsdamer Platz

Überfallartig haben am Dienstag hunderte Bullen Kreuzberg besetzt und mit der Räumung der besetzten Schule in der Ohlauer Straße begonnen. Den Bewohner*innen wurde unter der Drohung einer Räumung das Angebot des Senats nahegelegt. Die meisten Bewohner*innen haben deshalb eingewilligt und sind in die Ersatzunterkünfte gegangen. Rund 40 Geflüchtete haben jedoch erklärt, die Schule nicht freiwillig verlassen zu wollen. Sie fordern eine verbindliche Zusage eines Bleiberechts. Einige von ihnen haben angekündigt, im Falle einer Stürmung des Gebäudes vom Dach der Schule zu springen und das Gebäude in Brand zu stecken. Bezirk und Senat scheinen zur Zeit (noch) keine Toten riskieren zu wollen und setzen daher auf Verhandlungen. Die Region ist trotzdem weiterhin durch hunderte Bullen besetzt. Die Schule ist hermetisch abgeriegelt, auch der Zugang für Journalist*innen wird durch das Bezirksamt untersagt und Verpflegung in der Regel nicht durchgelassen. Informatiert euch deshalb über die aktuelle Entwicklung und zeigt euch vor Ort solidarisch!

Ticker / Statements aus der Schule / Videos: I, II, III, IV

Im Vorfeld der Antirepressionsdemo in Berlin am 22. März hatten wir über die Repression gegen Joel und Josef berichtet. Seit einem Naziangriff auf eine Antifa-Demo in Stockholm sitzt Joel im schwedischen Knast. Einen Monat später wurde Josef bei den Protesten gegen den Wiener Akademiker-Ball festgenommen. Beide sitzen nach wie vor im Knast.
 
Ende April wurde das Urteil gegen Joel in der ersten Instanz verkündet. Joel wurde wegen versuchtem Mord zu sechs Jahren verknackt. Die angreifenden Neonazis sind mit deutlich geringeren Strafen davon gekommen. Der Anführer der Stockholmer Sektion der Schwedischen Widerstandsbewegung (Svenska Motståndsrörelsen) wurde zu 8 Monaten, zwei weitere Nazis zu 6 Monaten Haft verurteilt. Die restlichen Nazis sind mit Bewährungsstrafe und Sozialstunden davon gekommen oder wurden gar nicht erst angeklagt.
Im Prozess hatte Joel sich dazu bekannt, sich und die Demonstration - u.a. mit einem Messer - gegen den Angriff der bewaffneten Nazis geschützt zu haben. Die SÄPO, der schwedische Pendant zum Verfassungsschutz, hatte im Vorfeld Informationen über den Angriff. Trotzdem waren nur sechs Bullen anwesend. Vor der Urteilsverkündung hatte Joel in einem Brief an seine Unterstützer_innen erklärt: "I have no illusion about walking out today as a free man. I would lie if I told you that I wouldn't think it would feel hard with 7 years of jail-time, but it wouldn't change anything. I am and will always remain a devoted anti fascist, and on the outside someone else will stand in my place."
 
Auch Josef sitzt nach wie vor in Wien im Knast. Ihm drohen bis zu drei Jahre Haft. Der Prozess wird wohl frühstens Ende Mai eröffnet.

Überall auf der Welt gehen die Menschen am 1. Mai auf die Straße, um am "Kampftag der Arbeiter*innenklasse" für eine lebenswertere  Gesellschaft zu kämpfen. Auch in Berlin findet wieder um 18 Uhr die traditionelle revolutionäre Demonstration statt. Es geht einerseits um unmittelbare Verbesserungen der eigenen  Lebenssituation durch höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, bezahlbaren Wohnraum und eine angemessene Unterstützung von sozial ausgegrenzten Menschen. Andererseits ist der 1. Mai aber auch der traditionelle Tag, an dem die verschiedenenen Ansätze und Perspektiven für eine Gesellschaftsorganisation jenseits der kapitalistischer Herrschaft sichtbar gemacht und mit den bestehendenden Kämpfen in Bezug gebracht werden. Gerade die massenhafte Verarmung breiter Teile der Bevölkerung in den Ländern Südeuropas, die imperialistischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und die weltweiten Kriege führen uns dabei vor Augen, wie notwendig diese Perspektive auf eine radikale Veränderung ist.

Aber auch bereits am Vorabend, der sogenannten "Walpurgisnacht", gibt es die Möglichkeit, auf die Straße zu gehen. Wie in den Vorjahren organisiert das Bündnis “Hände Weg Vom Wedding“ eine antikapitalistische Demonstration durch den Wedding. Thematisch steht dabei der grassierende Rassismus und die zunehmende Verdrängung im Vordergrund, welche aus der fortschreitenden Gentrifikation der innerstädtischen Kieze resultiert.

Für die soziale Revolution! Heraus zum 1. Mai!